Immobilienkauf
Käufer sollten auf Nebenkosten achten

Mit dem Kaufpreis ist es nicht getan: Wenigstens fünf Prozent extra sind für Nebenkosten fällig, meist mehr. Und dann muss oft auch noch renoviert werden – da kommt einiges zusammen.

HB NÜRNBERG. Neben dem Kaufpreis fallen bei einem Immobilienerwerb weitere Nebenkosten an. Das ist zum einen die Grunderwerbsteuer, die in den meisten Bundesländern 3,5 Prozent beträgt (Berlin: 4,5 Prozent). Zudem wollen auch Notar und Grundbuchamt bezahlt werden: Je nach Kaufpreishöhe fallen nochmals rund 1,5 Prozent an. Wurde eine Immobilie von einem Makler vermittelt, muss der Käufer in der Regel eine Maklerprovision zahlen: Sie fällt nach Auskunft des Immobilienportals Immowelt.de regional unterschiedlich hoch aus. In manchen Regionen sind Käuferprovisionen von bis zu 7,14 Prozent üblich, in anderen teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision und zahlen jeweils 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Möglich ist auch, dass der Verkäufer die volle Provision übernimmt. Die Höhe der Provision ist anders als bei Vermietungen nicht gesetzlich geregelt und damit grundsätzlich verhandelbar. Bei Ladenhütern kann der Käufer durchaus bei der Provision feilschen.

Neben dem Kaufpreis und den Kaufnebenkosten – die insgesamt über zehn Prozent der eigentlichen Kaufsumme ausmachen können – müssen in vielen Fällen auch noch teure Renovierungen erledigt werden. "Diese Kostenfalle wird von vielen Käufern unterschätzt", weiß Immowelt-Vorstand Carsten Schlabritz. Ein paar Schönheitsreparaturen wie tapezieren und Wände streichen können auch weniger geübte Heimwerker selbst erledigen. Aber schon Fliesen oder Parkett verlegen ist nicht mehr jedermanns Sache. Außerdem wäre es – so die Experten – ein Fehler, nur diejenigen Renovierungsarbeiten zu betrachten, die das Haus moderner und wohnlicher machen. Zu prüfen sei auch, ob Arbeiten fällig werden, die die Substanz und Sicherheit eines Hauses betreffen.

Bei einer Dachsanierung beispielsweise reicht es oft nicht, nur alte gegen neue Dachpfannen auszuwechseln – auch Balken können morsch oder Verblechungen und Regenrinnen abgenutzt sein. Und wenn man schon mal dabei ist, bietet es sich an, gleich eine gute Dachdämmung einbauen zu lassen. Weitere Kosten entstehen, wenn der Schornstein erneuert werden muss. Die Gesamtkosten einer Dachsanierung hängen von der Dachgröße, der Dachform und vom verwendeten Material ab – sie können schon bei einem normalen Haus den Gegenwert eines Mittelklassewagens erreichen.

Bei vielen älteren Häusern sind weitere kostspielige Sanierungen fällig, etwa die Trockenlegung eines feuchten oder gar schimmligen Kellers. Vielfach müssen auch Elektrik und Wasserleitungen saniert werden. Das geht vor allem dann ins Geld, wenn Tapeten und Fliesen entfernt oder gar Wände aufgestemmt werden müssen. Wer sich in eine alte Immobilie verliebt hat, sollte deshalb im Zweifel vor dem Kauf immer von einem sachverständigen Fachmann Art, Umfang und Kosten notwendiger Sanierungen schätzen lassen, raten die Experten des Immobilienportals.

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