Immobilienkonzern Immofinanz
Maues Russlandgeschäft drückt Mieterlöse

Den Wirtschaftsabschwung in Russland bekommt nun auch der österreichische Immobilienkonzern Immofinanz zu spüren. Noch im ersten Quartal des Geschäftsjahres konnte das Unternehmen bei Mieterträgen ein Plus erzielen.
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WienDer österreichische Immobilienkonzern Immofinanz bekommt den Wirtschaftsabschwung in Russland seit dem Sommer verstärkt zu spüren. Weil viele Mieter in den insgesamt fünf russischen Immofinanz-Einkaufszentren durch den schwachen Rubel mit Erlösrückgängen kämpfen, komme Immofinanz ihnen mit Mietsenkungen entgegen, sagte Firmenchef Eduard Zehetner in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Mieteinnahmen in Russland seien daher im zweiten Geschäftsquartal im Vergleich zum Vorquartal nicht mehr gestiegen. Im ersten Quartal des bis Ende April laufenden Geschäftsjahres 2014/15 verbuchte Immofinanz bei den flächenbereinigten Mieterträgen in Russland noch ein Plus von sechs Prozent, während sie in allen anderen Märkten stagnierten oder zurückgingen.

Russland ist mit einem Anteil von einem Viertel am Gesamtportfolio der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt für den Konzern. „Es ist eine Kaufzurückhaltung zu spüren“, sagte Zehetner. „Das ist nicht in jedem Shoppingcenter so – jüngere und größere sind davon mehr betroffen, bei kleineren merkt man faktisch nichts.“

In den Quartalsbilanzen des österreichischen Konzerns spiegelt sich auch die Entwicklung des Rubel wider. Die russische Währung hat seit dem Start des zweiten Geschäftsquartals Anfang August im Zuge der Ukraine-Krise im Vergleich zum Dollar ein Viertel an Wert verloren.

Bei einem schwächeren Rubel steigt der Wert der russischen Immobilien bei der Umrechnung in Euro. Im zweiten Quartal dürfte Immofinanz von diesem buchhalterischen Effekt profitieren, sagte Zehetner: Dadurch werde eine Abwertung der russischen Immobilien durch die schlechtere Wirtschaftsentwicklung mehr als ausgeglichen.

Im Ende Oktober ausgelaufenen zweiten Geschäftsquartal stehe daher unter dem Strich voraussichtlich ein Gewinn. Die Zahlen will das Unternehmen am 17. Dezember veröffentlichen.

Im ersten Quartal 2014/15 hatte das Unternehmen noch einen Verlust von knapp 14 Millionen Euro geschrieben: In der Periode hatte der Rubel vorübergehend an Wert gewonnen, was sich bei der Umrechnung in Euro negativ auf den Wert der Immobilien niedergeschlagen hatte.

Trotz der volatilen Entwicklung will Immofinanz an seinen russischen Einkaufszentren festhalten. „Wir müssen die Nerven behalten. Wir glauben an den russischen Markt. Wir werden moderat weiter investieren dort“, sagte Zehetner. Geplant sei etwa die Erweiterung des Einkaufszentrums Golden Babylon I im Großraum Moskau für knapp 80 Millionen Euro.

Hier sei Immofinanz gerade dabei, die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Mit den Bauarbeiten könne der Konzern voraussichtlich gegen Ende 2015 starten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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