Immobilienkonzern
Vedder kehrt IVG den Rücken

Überraschend verliert der Immobilienkonzern den langjährigen Großinvestor Clemens Vedder. Eigentlich hatte er erklärt, der IVG die Treue zu halten. Der Verlust geht mit dem Wechsel des Aufsichtsratschefs einher.
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FrankfurtBeim angeschlagenen Immobilienkonzern IVG verabschiedet sich einer der langjährigen Großinvestoren: Clemens Vedder reduzierte den Anteil seiner Investmentgesellschaft Goldsmith an dem Bonner Unternehmen Ende April auf 0,51 Prozent von zuletzt knapp fünf Prozent, wie am Donnerstag aus einer Stimmrechtsmitteilung hervorging. Der Schritt kam überraschend. Vedder hatte noch vor kurzem betont, bei der IVG an Bord bleiben zu wollen, obwohl sich wegen der angespannten Refinanzierungslage Einschnitte für Gläubiger und Investoren abzeichnen.

Den plötzlichen Rückzug begründete ein Vedder-Sprecher nun damit, dass vor wenigen Tagen auch IVG-Aufsichtsratschef Stefan Jütte nach nur knapp einem Jahr ohne Angabe von Gründen hingeschmissen habe. "Damit fehlt für uns ein wichtiger und verlässlicher Ansprechpartner." Auch Vedders langjähriger Geschäftspartner Klaus-Peter Schneidewind hat seine Beteiligung auf 0,96 von mehr als drei Prozent reduziert. Die Santo Holding der Pharma-Unternehmer Strüngmann hatte zuletzt einige ihrer IVG-Aktien verkauft. Sie hält nun weniger als zehn Prozent.

Der hochverschuldete Konzern, der seit der Finanzkrise in Schwierigkeiten ist, verhandelt mit Gläubigern und Investoren gerade über ein neues Finanzierungskonzept. Es soll bis zum Sommer stehen. Aber auch die Banken sind offenbar nicht überzeugt: Finanzkreisen zufolge haben die ersten Institute damit begonnen, IVG-Kredite an Fonds abzuverkaufen - nach aktuellem Stand in einem Gesamtvolumen von 500 bis 700 Millionen Euro, Tendenz steigend.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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