Immobilienkredite
Angst, dass die Milliarden versiegen

Immer mehr Banken ziehen sich aus dem Immobiliengeschäft zurück. Für die Immo-Branche ist das ein Problem. Nun drängen spezialisierte Kreditfonds in den Markt. Aber können die die fehlenden Euro ausgleichen?
  • 0

DüsseldorfDie deutsche Immobilienwirtschaft schlägt Alarm. Die Branche hat Angst vor einer Kreditklemme, weil sich immer mehr Banken aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung ganz oder teilweise zurückziehen. Die Sorgen sind noch größer geworden, seit die Eurohypo - Deutschlands Immobilienfinanzierer Nummer eins - Ende Juni mit der Mitteilung aufschreckte, dass sie aus dem Markt aussteigen will. "In den nächsten beiden Jahren wird es immer schwerer werden, Immobilienkredite zu bekommen", sagt Frank Pörschke, Deutschland-Chef des Immobiliendienstleisters Jones Lang Lasalle (JLL).

Doch der Rückzug der Banken lockt neue Anbieter auf den Markt, spezialisierte Kreditfonds springen in die Bresche. Schon vor drei Jahren starteten die Sparkassentochter Dekabank und die zum Versicherungskonzern Axa gehörende Axa Real Estate ihre Fonds. Nun wittern die Vermögensverwalter Henderson Global Investors, Lasalle Investment Management, die Signa-Gruppe und iii-Investments ihre Chance. Die Unicredit-Tochter iii wartet dabei mit einer Besonderheit auf: den ersten Kreditfonds, der als Spezialfonds die Vorschriften des deutschen Investmentrechts erfüllt.

Die Spezialfonds profitieren vom Rückzug der Banken

Die neuen Finanzierer für Gewerbeimmobilien kommen zur rechten Zeit. Denn 69 Prozent der europäischen Immobilieninvestoren erwarten, dass die Banken in diesem Jahr weniger Darlehen an sie vergeben werden, fand das britischen Immobilienmakler- und Beraterhauses DTZ in einer Umfrage unter Investoren heraus. Kreditfonds könnten diesen Rückgang auffangen. "Kreditfonds, die Eigenkapital als Fremdkapital vergeben, ohne selbst Bank zu sein, könnten eine Alternative sein", sagt Markus Kolodziej vom Real Estate Management Institut der EBS-Universität in Wiesbaden.

Die Fonds stoßen in eine Lücke, die bereits aufriss, als JLL-Manager Pörschke noch Sprecher der Eurohypo-Geschäftsführung war. Er verließ die Commerzbank-Tochter nach drei Jahren im August 2011 und ging drei Monate später zu JLL.

Seite 1:

Angst, dass die Milliarden versiegen

Seite 2:

Commerzbank hinterlässt riesiges Finanzierungsloch

Kommentare zu " Immobilienkredite: Angst, dass die Milliarden versiegen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%