Immobilienkrise
Der Preisverfall holt den Appartmentmarkt Manhattan ein

Die Immobilienkrise hat Manhattan endgültig erwischt. Die Preise für Wohnimmobilien auf dem teuersten Pflaster in den USA haben im zweiten Quartal nach einer überraschend langen Zeit stabiler Preise um 18,5 Prozent nachgegeben. Durchschnittlich wurden 835 700 Dollar pro Wohnung bezahlt.

Bloomberg NEW YORK. Auch die Zahl der Verkäufe fiel um die Hälfte , verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, wie Makler und Gutachter mitteilten. Bis 2008 konnte sich Manhattan noch dem landesweit bereits ein Jahr zuvor einsetzenden Abwärtstrend entziehen. Die Zahl der Transaktionen hat nun den niedrigsten Stand seit mindestens 1989 erreicht, als der Makler Miller Samuel erstmals die Daten zum Wohnungsmarkt in Manhattan sammelte.

"Die Schockstarre nach der Pleite von Lehman Brothers ist gelöst. Dann haben die Verkäufer die Lage unter ihre Kontrolle gebracht", sagte Pamela Liebman, die Chefin der Corcoran Group, einem New Yorker Maklerbüro. Entsprechend deutlich fallen nun die Preise, und zwar zum ersten Mal seit vier Jahren. Betroffen sind sämtliche Größen und Preiskategorien. Als Hauptgrund für den Preisverfall gilt die steigende Arbeitslosigkeit in der Stadt: Bis Ende Mai verloren 91 200 Menschen ihre Stellen. Am stärksten waren Beschäftigte der in Manhattan ansässigen Finanzbranche betroffen.

Dabei zeigen die Daten vor allem Eines: Wer derzeit in Manhattan ein Haus oder eine Wohnung verkaufen will, senkt am besten den Preis. Zurzeit liegen rund 32 Prozent der Angebote nach Erkenntnissen der Webseite StreetEasy.com - einer Art Mietspiegel im Internet- unterhalb des Einstandspreises.

Die stärksten Preisnachlässe von rund zehn Prozent gibt es demnach bei Wohnungen in Central Park South und im Financial District. Die bis zum zweiten Quartal anhaltende, stabile Entwicklung der Preise am Wohnungsmarkt in Manhattan im Vergleich zum Rest des Landes erklären Experten zumindest zum Teil mit einer ganzen Flut neuer Projekte.

Insbesondere im obersten Luxussegment waren während der zurückliegenden Boomzeit viele neue Gebäude entstanden, deren Preise zum großen Teil zwischen 2006 und dem Jahresbeginn 2008 vereinbart wurden. Diese hohen Preise hätten einen Preisverfall in anderen Segmenten in den Statistiken bis zum zweiten Quartal dieses Jahres ausgeglichen und die Durchschnittspreise stabilisiert, sagte Jonathan Miller von Miller Samuel. Doch nun ist die Zahl der Transaktionen im Wert von mehr als einer Million Dollar deutlich gefallen: Die Quote sank im Jahresvergleich von 61 Prozent auf 49 Prozent, sagte Miller.

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