Immobilienkrise in den USA
Die Rettung vor den „Zombie-Häusern“

Am US-Häusermarkt sind „Zombie“-Siedlungen mittlerweile eine feste Größe – seit der Immobilienkrise verkommen ganze Stadtteile. Neue Gesetze und Auktionen riesiger Immobilienpakete sollen das Problem lösen.
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New YorkDie Immobilienkrise hat in Amerika ein Feld der Verwüstung hinterlassen. In etlichen Bundesstaaten gibt es Gegenden, in denen sich ein „Zombie-Haus“ ans nächste reiht. Branchenexperten verwenden den Begriff für verlassene Immobilien, die sich im langwierigen Prozess der Zwangsvollstreckung befinden. Vor allem in sozial schwachen Gegenden sorgen Leerstand und Verfall für Gruselatmosphäre.

„Das beste Heilmittel gegen Zombie-Befall ist ein schneller und effizienter Prozess der Zwangsvollstreckung“, sagt Experte Daren Blomquist vom Analysehaus RealtyTrac. Davon sind viele Bundesstaaten und Städte zwar noch weit entfernt, doch immer mehr suchen nach Mitteln und Wegen. „Cleveland und erst kürzlich Chicago haben aggressive Programme gestartet, um leerstehende Gebäude übernehmen und sanieren oder abzureißen zu können.“

Die Pleitestadt Detroit macht es ähnlich. Ihr Kämmerer versteigerte in der vergangenen Woche 6000 marode Häuser auf einen Schlag. Ein Investor erhielt für 3,2 Millionen Dollar den Zuschlag. Für den Preis ist in Manhattan mit Glück ein Luxusapartment zu ergattern. Doch die Stadt musste reagieren, die vor sich hindarbenden Gebäude machen die Sozialstruktur kaputt und ziehen die Nachbarschaft runter.

Detroit ist ein Extrembeispiel, die einst als Motown und Motorcity boomende Metropole ist heute das Schlusslicht am US-Immobilienmarkt. Der industrielle Niedergang und das Versagen der lokalen Politik haben die Stadt in die Insolvenz getrieben. Das Problem der „Zombie“-Häuser betrifft aber ganz Amerika. Über 18 Prozent der mehr als eine Million in der Zwangsvollstreckung steckenden Immobilien standen im dritten Quartal leer.

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Florida und Illinois wollen schnelle Lösung

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  • Einfach "bündeln" und verbriefen, dann einen tollen Namen geben (z.B. asset backed securities) und diese dann in Europa an die Banken verkaufen. Fliegt der Schwindel dann irgendwann auf, kauft dank "alter Seilschaften" die EZB die Papiere auf und der Deutsche Steuerzahler haftet dafür. Problem gelöst! Zumindest für Amerika!

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