Immobilienmärkte
In der Krise schlägt die Stunde der Assetmanager

Auch wenn die Stimmung an den Immobilienmärkten derzeit frostig ist, sieht sich längst nicht jeder Akteur auf der Verliererseite. Viele Immobilieninvestoren sind auf externe Dienstleister angewiesen, um den Wert ihrer Bestände zu heben. Warum die Asset- und Propertymanager in den nächsten Monaten gefragt sein werden.

DÜSSELDORF. "Asset- und Propertymanager sind die Gewinner der Finanzkrise", sieht René Ravn, Geschäftsführer der Herkules Unternehmensgruppe, seine Gesellschaft derzeit im Aufwind. Der Däne verwaltet von Hamburg aus für Fonds aus seinem Heimatland Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland. Um Aufträge ist ihm nicht bange. Immobilienvermögens- und Grundstücksverwalter seien derzeit begehrt.

Viele Investoren haben in den vergangenen Jahren in Deutschland Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Hoffnung erworben, sie schnell mit Gewinn weiter zu veräußern. Wegen der Finanzmarktkrise gehe diese Strategie nun nicht auf, erläutert der Däne. Banken sind nicht nur bei neuen Investments zurückhaltend mit der Vergabe von Immobilienkrediten, sie verlangen auch bei der Refinanzierung von Darlehen höhere Zinsen und Eigenkapitalbeteiligungen der aktuellen Eigentümer. Ravn: "Das zwingt Investoren, bereits während der Haltedauer Wertsteigerungspotenziale zu nutzen."

Doch das können nur wenige der Finanzinvestoren selbst, sagt Jürgen F. Kelber, Geschäftsführer der auf Wohnungsprivatisierungen spezialisierten Alt & Kelber Immobiliengruppe. "Verwalter von Immobilienvermögen, die Strategien zur langfristigen Wertschöpfung und zum Einzelvertrieb von Wohnungen anbieten, gewinnen an Bedeutung."

Christoph Wittkop, Geschäftsführer der Colonia Real Estate-Tochter CRE Resolution, sieht noch einen weiteren Grund, weshalb Asset- und Propertymanager in den kommenden Monaten gefragt sein werden: "Etliche Erwerber werden Teile ihrer Portfolios verkaufen müssen, um die von Banken geforderten höheren Eigenkapitalbeteiligungen aufbringen zu können." Die künftigen Käufer dieser Bestände würden auf externe Verwalter ihrer neuen Investments angewiesen sein. Für kleinere Immobilienportfolios lohne es sich meist nicht, ein eigenes Assetmanagement aufzubauen. Auch die Banken selbst sieht Wittkop als Kunden. "Kreditinstitute können Immobilienportfolios, die ihnen aus Not leidenden Krediten zufallen, nicht selbst verwalten." CRE Resolution betreibt unter anderem das Assetmanagement für gemischte Gewerbe- und Wohnimmobilienportfolios mit 2 400 Wohneinheiten, die Merrill Lynch in den vergangenen Jahren in Deutschland erworben hat. Jetzt setzt die Colonia-Real-Estate-Tochter darauf, in diesem Jahr für weitere Immobilienbestände als Assetmanager tätig zu werden. Wittkop ist überzeugt: "Dieser Markt bietet ein hohes Wachstumspotenzial."

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