Immobilienmarkt Beste Zeit für Investments ist vorbei

Die Preise für deutsche Immobilien scheinen nur eine Richtung zu kennen: nach oben. Doch das muss nicht immer so weitergehen. Eine aktuelle IW-Studie nennt drei mögliche Probleme für den Immobilienmarkt von morgen.
Update: 21.08.2017 - 14:15 Uhr 19 Kommentare
Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht derzeit keine Gefahr für eine Immobilienblase. Quelle: dpa
Wohnungsmarkt

Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht derzeit keine Gefahr für eine Immobilienblase.

(Foto: dpa)

FrankfurtWohnen in deutschen Großstädten wird immer teurer: wohl denen, die bereits eine Immobilie besitzen, umso schlechter für Kaufinteressenten. Zuletzt schien der Auftrieb nicht zu stoppen. Doch der Preisspirale nach oben kann durchaus die Schubkraft ausgehen. Das lässt nun auch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) vermuten. „Gemessen an den Bedingungen für Immobilieninvestoren haben wir einen Gipfel erreicht“, schreiben die Immobilienökonomen in ihrem jüngsten Bericht. Die zentrale Frage sei: Wie lange lässt sich das Niveau halten?

Von einer Blase will das IW nicht sprechen. Zu solide seien nicht zuletzt die Finanzierungsbedingungen. Dennoch mahnen die Forscher, dass die beste Zeit für Investments wohl schon hinter uns liege – und heute mit Bedacht gekauft werden sollte. Dabei verweist das Team um Professor Michael Voigtländer auf drei Risiken: zu viele Einfamilienhäuser auf dem Land, zu viele Studentenapartments in Großstädten und eine strengere Wohnungsmarktregulierung, die Investoren verschreckt. Eine strenger werdende Mietregulierung etwa könnte den Kalkulationen der Investoren zuwiderlaufen, heißt es darin.

Gerade den Bauboom auf dem Land beäugt das IW kritisch. Dort gebe es bei Einfamilienhäusern ein Überangebot. „In ländlichen Landeskreisen sind mehr als doppelt so viele Einfamilienhäuser wie benötigt gebaut worden“, schreiben die Immobilienexperten. Das mache diese Regionen bei höheren Hypothekenzinsen anfälliger für Preiskorrekturen. Investoren sollten auf der Suche nach Alternativen zu den großen Städten vorsichtig sein. Chancen räumen sie allerdings der Umgebung von Schwarmstädten, also Zuzugsmagneten, ein, vor allem jene Räume, die per öffentlichem Nahverkehr gut angebunden sind, etwa Offenbach zu Frankfurt.

Doch die Mainmetropole selbst ist trotz aller Brexit-Euphorie bei den Forschern ein strahlendes Beispiel dafür, wie am Bedarf vorbeigebaut werden kann. In den vergangenen Jahren seien dort viel zu viele Mikroapartments gebaut worden. Die liegen gemessen an der steigenden Zahl von Single-Haushalten zwar im Trend. Der Bedarf an Ein-Zimmer-Wohnungen wurde hier zwischen 2011 und 2015 der Untersuchung zufolge aber deutlich übererfüllt – zu 144 Prozent. Unter Deutschlands Metropolen ist das einzigartig.

Generell können Ein-Zimmer-Wohnungen nicht als Allheilmittel gelten. Sie seien häufig teurer als größere bestehende Wohnungen. „Häufig liegen die Gesamtmietkosten jenseits von 500 Euro“, analysieren die Experten. Für viele Studenten, eine anvisierte Zielgruppe der Apartments, sei dies zu teuer. Zudem werde die Studentenzahl in den kommenden Jahren sinken, was sich auch beim Bedarf niederschlagen dürfte.

Das dritte Risiko für Immobilieninvestitionen sehen die Wirtschaftsforscher in einer möglichen Verschärfung der Mietregulierung nach der Bundestagswahl, was Mieterhöhungen in der Zukunft erschweren könnte. So plädieren etwa die Parteien SPD, die Grünen und die Linke für eine Verschärfung der Mietpreisbremse. Diese Aussicht könnte Investoren verschrecken.

Zahl der Baugenehmigungen rückläufig
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19 Kommentare zu "Immobilienmarkt: Beste Zeit für Investments ist vorbei"

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  • Die KI und Deep Learnig, Robotics & Co. werden laut den führenden Professoren von Harvard rund 1/3 der gesamten Arbeitsplätze verändern.

    Ob diese dann ersetzt werden, steht dann auf einem anderen Blatt.

    In Deutschland dauert es noch etwas länger bis man das wiederum mental relaisiert hat bzw. begreift.

    Bei den deutschen Politikern und Politikierinnen dauert es leider noch etwas länger.

    Dem ehemals kleinen Mädchen aus der Planwirtschaft wird es egal sein, wenn es soweit ist.

    Das ist leider das Problem der deutchen Politik und das heißt 4 Jahre.






  • Herr Günther Heck

    Und wer glaubt dass die 4. Industrialisierung nichts bewegt, dürfte auch in Deutschland eine Bauchlandung machen. Besonders wenn es ihn getroffen hat und sein Job nun woanders ist.
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Leider rollt da gerade die größte Katastrophe der uns bekannten Geschichte auf die Menschheit zu und außer ein paar Experten (Mr. Musk, Remote Viewing und ihre Gründer) erkennt es kaum ein anderer, dass in 10-15 Jahren die Mehrheit der Menschheit in der VR-Matrix von Facebook-III verschwinden wird.

    Aber es wird ein "süßes" Verschwinden. Denn der Gang in der VR-Matrix wird freiwillig sein und wird auch vor den obersten Familien von Rothschild nicht halt machen.

    Schon heute ist ein großer Teil der Jugend von Facebook-I so "gefesselt", dass sie ihr Umfeld oft nicht mehr wirklich wahr nehmen. FB-III wird dann das Finale einleiten:

    - VR-Brille
    - VR-Anzug
    - Kommunikations-Chip (alle 5 Sinne) im Gehirn
    - Tropf
    - Urin Abfluss.

    Gesteuert durch K.I's, die Quanten-Computer hinter sich haben und somit eine VR produzieren, die alles an Erlebnissen und Sex-Wonnen übertreffen wird, was die normale Realität je bieten könnte.

    "Echte Kinder" wird dann keiner mehr machen wollen, die sie brauchen echte Betreuung. Das wäre also das biologische Ende der Menschheit.

  • Falsch. Die Zeit kommt er noch. Besonders wenn der Niedrigzins ausgelaufen ist und die neue Anschlussfinazierung nun deutlich teurer ist. Besonders darf man dann gespannt sein, wenn als 2. Faktor der Wert der Objekte nicht mehr auf dem Papier bei der Bank mit der Anschlussfinanzierung entspricht.

    Und wer glaubt dass die 4. Industrialisierung nichts bewegt, dürfte auch in Deutschland eine Bauchlandung machen. Besonders wenn es ihn getroffen hat und sein Job nun woanders ist.

    Und den Rest des Landes erledigt dann die Elektromobiliä, sofern Deutschland wieder einmal alles sich aus der Hand reissen lässt.

    Es würde mich nicht wundern.


  • Vielleicht sollte die EZB ja bei ihrer inflationsorientierten Geldpolitik nicht nur die Verbraucherpreise im Auge haben, sondern auch die Häuserpreise? Mit steigenden Zinsen würden kurioserweise auch die Häusrpreise korrigiert. Wieso kommt niemand auf naheliegende Lösungen? :)

  • Und vermutlich dann in Zukunft mit Spitzensteuersatz -der ggf nach oben angepasst wird-.

    D.h. dann die Hälfte dieser Einkünfte wäre dann für den Staat zur weiteren Verteilung frei.

    So dürfte es dann in Deutschland munter weiter zugehen. Jetzt wie gesagt 25% Plus Soli und ggf Kirchensteuer.

    Es darf aber bestimmt dann irgendwann noch etwas mehr sein.

    Zum Glück muss man dass nicht mitmachen.

    Und ich kann mir dann vorstellen, dass immer mehr bei höheren Abgaben und ggf mehr Input bei der Arbeit auf dumme Gedanken kommen.







  • Bei den Ösen zahlt man auch unter 30% wobei Verluste abgezogen werden.

  • Für die deutschen Michel ist es aber egal. Die kriegen seit Jahren lieber Nullzinsen. Dafür müssen sie sich zum Glück keine Gedanken machen.

    USA noch bevorzugt Florida.

  • Malta z.B. in Europa. Haben Wachstum und gehört zu Europa. 10 Prozent Steuern. Dass glaubt man nicht hier fast 30 für Einkünfte aus Kapitalvermögrn.

  • Auf Dauer kann der Staat die Mieten für Frau Dr. Merkels Gäste und die Altlasten nicht mehr bezahlen. Bleibt der Kontainer als preiswerte Lösung. Grundstücke
    gibt es auch bald keine mehr, weil wegen der Überbevölkerung die Grenze ohnehin schon überschritten ist. Bleibt noch die vorhanden Wohnungen verkleinern mit Toilette, Bad und Küche für alle, Sozialismus eben. Privat wird das aber keiner machen.

  • Herr Günther Heck

    wir sind dabei. Die Frage wird nur noch sein, wohin.
    ---------------------------------------------------

    Wg. der Börsensteuer und anderen Zwangsabgaben kommt für uns eigentlich nur ein Land in Frage, wo man uns wie Menschen behandelt.

    https://qtrade.de/tradingblog/auswandern-als-trader-7-tipps-damit-es-klappt/

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