Immobilienmarkt Dubai
Die Geisterstadt erwacht wieder zum Leben

Verlassene Autos, Bauruinen: Während der Immobilienkrise glich Dubai einer Geisterstadt. Nun wird in dem Emirat wieder gebaut. Das Anlegervertrauen kehrt zurück – und damit auch die Megalomanie?
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DubaiDer Bauboom ist Wüstenemirat Dubai wieder voll im Gange: Neue Baukräne schießen wie Pilze aus bislang leerstehenden Parzellen. Baubedingte Verkehrsumleitungen und rund-um-die-Uhr Baustellenlärm stehen wie einst wieder auf der Tagesordnung. Auch Emaar, der größte Immobilienentwickler des Emirates, der Anfang Oktober durch einen Mega-Börsengang 1,3 Milliarden Euro eingenommen hat, treibt die Expansion des markanten Kernstadtbezirkes rund um Burj Khalifa wieder intensiv voran. Besonders eifrig wird an einem hochmodernen Opernareal gebaut, das schon Jahre in Planung stand und nun im Eiltempo bereits 2016 fertiggestellt werden soll.

Mit der Bautätigkeit scheint schließlich auch das Vertrauen der Anleger in Dubais Immobilienmarkt wieder zurückzukehren: Mehr als 35.000 Investoren und Besucher waren vergangenen Monat zur Cityscape Immobilienexpo in Dubai gekommen, um die aufwendig aufbereiteten Modelle von Dutzenden neuen Megaprojekten in Milliardenhöhe zu bewundern – ein Rekord.

Das Signal: Dubai hat die Krise, die 2009 den Immobilienboom im Sand versickern ließ, hinter sich gelassen. „The Mall of the World“ soll eines der neuen Aushängeschildprojekte der Regierung werden, und auch ausländischen Investoren vermitteln: Dubai ist wieder auf Erfolgskurs.

Ganz im Sinne des Lieblingsmottos von Herrscher Sheikh Mohammed Bin Rashid Al Maktoum („Es gibt nur die Nummer eins. Wer Zweiter wird, interessiert keinen.“) soll auch dieses Projekt das erste seiner Art werden. Der klimatisierte Stadtteil soll sich über 450 Hektar erstrecken und eine Fußgängerzone, den größten Familienfreizeitpark der Welt, einen Kultur- und Wellnessbezirk sowie ein direkt mit 100 Hotels verbundenes Einkaufszentrum umfassen.

In der Krise sind die Immobilienwerte im Emirat um bis zu 65 Prozent eingebrochen. Nun hat sich der Markt erstaunlich schnell wieder erholt. Das Transaktionsvolumen von 19 Milliarden Dirham (4,1 Milliarden Euro) im ersten Halbjahr 2014 liegt zwar noch immer 57 Prozent unter den 46,5 Milliarden Dirham (9,9 Milliarden Euro) im gleichen Zeitraum des Jahres 2008. Seit 2010 hat es sich aber mehr als verdoppelt.

Die Quadratmeterpreise sind seit 2012 um insgesamt 74 Prozent angestiegen, und haben laut Angaben der Immobilienberatung Knight Frank nun fast Spitzenwerte aus dem Jahr 2008 erreicht.

Kommentare zu " Immobilienmarkt Dubai: Die Geisterstadt erwacht wieder zum Leben"

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  • "Doch in einem unlängst veröffentlichten Bericht versicherte Dubais Finanzbehörde den Investoren, die Lehre aus der Krise gezogen zu haben."

    Jaja!!! Natürlich, genau wie unsere Banken, die ihre Bilanzen seit 2009 reduziert... äh ausgeweitet haben. Und dieses Mal ist alles anders... natürlich!!!

  • Die Wüste wird sich alles zurückholen. Mit dem Ende das Öls ... Geisterstadt.
    Kein prod. Gewerbe. Mit Geld Geld verdienen funktioniert nur zeitlich begrenzt.

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