Immobilienmarkt

Es wird eng in Berlins Top-Bürolagen

Die Nachfrage nach Büroimmobilien in der Hauptstadt steigt und steigt. Flächen mit flexibler Nutzung sind besonders gefragt. Der Leerstand sinkt und Immobilienfirmen sind im Kauffieber.
  • Reinhart Bünger
Im ersten Halbjahr 2016 wurden an den acht wichtigsten deutschen Standorten rund 1,8 Millionen Quadratmeter Büroflächen umgesetzt. Quelle: dpa
Umsatzrekord

Im ersten Halbjahr 2016 wurden an den acht wichtigsten deutschen Standorten rund 1,8 Millionen Quadratmeter Büroflächen umgesetzt.

(Foto: dpa)

BerlinVon Verhältnissen wie in Hongkong ist Berlin noch weit entfernt, wenn es um die nutzerseitig anfallenden Raumkosten geht. Asien führt das Ranking der teuersten Büromärkte an und Hongkong liegt an der Spitze. Doch das ist in der deutschen Hauptstadt in anderer Hinsicht auch so: Der Berliner Bürovermietungsmarkt präsentiert sich auch nach dem ersten Halbjahr 2016 im Plus.

Berlin boomt also weiterhin: Allein 2015 wechselten Gewerbeimmobilien im Wert von zirka 8,1 Milliarden Euro die Eigentümer und zirka 820.000 Quadratmeter Bürofläche wurden vermietet

Nach Angaben der Jones Lang LaSalle GmbH wurden die Ein-, Fünf- und Zehn-Jahresvergleiche im ersten Halbjahr 2016 ausnahmslos überschritten – und zwar um jeweils plus 25, 58 und 78 Prozent. Das Halbjahresergebnis sei wesentlich auf die Umsatzdynamik des ersten Quartals zurückzuführen, teilten die Analysten des Dienstleistungsunternehmens in den Bereichen Finanzen, Beratung und Gewerbeimmobilien mit. Der Umsatz im zweiten Quartal blieb in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Den größten Abschluss im zweiten Quartal verzeichnete die Einsteinstiftung Berlin im Robert-Koch-Forum mit 11.000 Quadratmeter, gefolgt von drei Anmietungen oberhalb der 7000 Quadratmeter-Marke: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Pyramide in Marzahn, die DB Dialog im Quartier am Salzufer und das Beko Käuferportal im Forum Tower am Potsdamer Platz.

Hier reißen Investoren Vermietern Büros aus den Händen
Platz 15: Dortmund
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In den den deutschen Top-15-Bürostädten ist die Zahl der Bürobeschäftigten seit 2008 deutlich angestiegen. Insgesamt beträgt der Zuwachs dort rund 2,2 Millionen Bürobeschäftigte. Dies sind 13,5 Prozent mehr als im Sommer 2008. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen büromarktrelevanten Branchen deutlich in der Dynamik. Mit einem Zuwachs von 5,6 Prozent (insgesamt: 52.215) mehr Bürobeschäftigten im Vergleich zu 2008 kann Dortmund zwar neben Standorten wie München oder Berlin nicht glänzen, doch in der Branche „Unternehmensdienstleistungen“ verzeichnete die Stadt ein Wachstum von 34,3 Prozent (insgesamt: 14.931). Das Ranking der Feri EuroRating Services AG enthält 15 Top-Bürostandorte, die nach der Dynamik des Beschäftigungsaufbaus aller Bürobeschäftigten seit 2008 sortiert sind.

Quelle: FERI EuroRating Services AG

Platz 14: Essen
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Die Zahl der Bürobeschäftigten in Essen liegt bei 62.916. Das sind 6,4 Prozent mehr als 2008. Die Branche der Unternehmensdienstleister entwickelte sich mit einem Zuwachs von 44,4 Prozent stark. Unternehmensdienstleister und die Branche „Information und Kommunikation“ sind die bedeutendsten Wachstumstreiber der büromarktrelevanten Branchen. Sie wuchsen um 30,9 Prozent beziehungsweise 18,3 Prozent. Schwach entwickelte sich dagegen die Finanzbranche. Insgesamt schrumpfte diese an den wichtigsten 15 Standorten um 0,4 Prozent. Die Branchen „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (0,3 Prozent) , „Öffentliche Verwaltung“ (1,4 Prozent) und „Interessensvertretungen“ (6,4 Prozent) entwickelten sich ebenfalls schwach.

Platz 13: Nürnberg
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Als eines der besten Bürostandorte Deutschlands erreicht Nürnberg Rang 13. Die Gruppe der im Grundstücks- und Wohnungswesen Beschäftigten ist mit 60,3 Prozent (insgesamt: 3020) die am stärksten wachsende Gruppe von Bürobeschäftigten in Deutschland. Insgesamt sind 81.392 Menschen (Zuwachs seit 2008: 7,4 Prozent) in Nürnberg im Büro beschäftigt. Die Büromieten haben sich in den vergangenen Jahren eher stabil entwickelt. Auch in den kommenden ein bis zwei Jahren rechnen Branchenkenner lediglich mit einem Anziehen der Büromieten leicht oberhalb der Inflation. Mit einem Boom der Mieten sei deshalb nicht zu rechnen.

Platz 12: Stuttgart
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Zu den beliebtesten Bürostandorten zählt auch die Landeshauptstadt Baden-Württembergs: Stuttgart. 152.560 Beschäftigte im Büro gibt es in der Stadt, das entspricht einem Zuwachs von 8,5 Prozent seit 2008. Den stärksten Zuwachs verzeichnet Stuttgart allerdings in der Unternehmensdienstleistung: 6,7 Prozent. Derzeit arbeiten 12.318 Menschen in dieser Branche. Der steigende Trend an Teilzeitarbeit hemmt das Büroflächenwachstum enorm. Im Bereich „Unternehmensdienstleistung“ stieg die Teilzeitquote seit 2010 von 15 auf 22 Prozent an.

Platz 11: Leipzig
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60.150 Menschen arbeiten in den Leipziger Büros. Seit 2008 ist das ein Zuwachs von 9,1 Prozent. Das stärkste Wachstum von 35,5 Prozent ist in der Unternehmensleistung zu erkennen, derzeit arbeiten von 60.150 Bürobeschäftigten insgesamt, 19.737 Menschen in dieser Branche. Auffällig ist auch der Verlust in der Branche „Interessensvertretungen“: nur 2881 Menschen arbeiten in dieser Branche, das ist ein Rückgang von 37 Prozent und somit der stärkste in ganz Deutschland.

Platz 10: Frankfurt
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Auch Frankfurt profitiert vom Beschäftigungsaufbau bei Bürobeschäftigten. Insgesamt legte die Mainmetropole jedoch nur um 9,6 Prozent (insgesamt: 214.075) zu. Grund dafür könnte die schlechte Entwicklung der Finanzbranche sein. So wuchs die Beschäftigtenzahl in der Mainstadt in der Finanzbranche nur um 1,6 Prozent (insgesamt: 74.335) und auch die Branche „Unternehmensnahe Dienstleistungen“ entwickelten sich mit einem Zuwachs von 11,1 Prozent (insgesamt: 64.973) im Vergleich zu anderen Top-Standorten nur sehr schwach.

Platz 9: Hannover
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Mit Continental, VW Nutzfahrzeuge sowie Wabco sind große Unternehmen aus der Industrie in der Region Hannover angesiedelt. Traditionell ist Hannover Sitz großer Versicherungen wie Hannover Rück, VHV oder HDI-Gerling. 121.574 Menschen sind im Büro beschäftigt. In sieben Jahren ist die Zahl um 9,9 Prozent gestiegen. Allerdings hat das „Grundstücks- und Wohnungswesen“ Verluste von 10,5 Prozent zu verzeichnen. Derzeit sind in dieser Branche 3589 Menschen beschäftigt. Den stärksten Zuwachs mit 15,1 Prozent (insgesamt: 32.294) gibt es in der Unternehmensdienstleistung.

Rund 7900 Quadratmeter hat die BIMA zudem in der Landsberger Allee 366 in Marzahn angemietet. „Es wird eng in Berlins Top-Lagen“, ließ Steffen Lesener, bei JLL Team Leader Office Leasing Berlin, mitteilen. „Die spürbare Verknappung an qualitativ guten bis hochwertigen Mietflächen sorgt für eine konstante Nachfrage-Hausse.“

Das Immobilienberatungsunternehmens Colliers International kam nach Sichtung der Abschlüsse mit Blick auf die Hauptstadt zu ähnlichen Ergebnissen. Mit insgesamt 347.000 Quadratmeter sei das starke Ergebnis des Vorjahreszeitraum in der Bundeshauptstadt erneut um rund drei Prozent übertroffen worden.

Spitzenmieten von Technologie-Unternehmen
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