Immobilienmarkt München
Vielfalt der Büromieter ist gut fürs Geschäft

In Frankfurt mieten die Banken, in Stuttgart die Dienstleister - aber nach München kommen sie alle. Noch nie zuvor wurden in einem Quartal mehr Mietverträge für Münchener Büroflächen abgeschlossen als in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Ein gutes Zeichen, sagen Beobachter.

MÜNCHEN. Ob Softwareunternehmen, Banken, Werbefirmen und Industrieunternehmen, der Münchener Immobilienmarkt ist bunt gemischt und die einzelnen Branchen etwa gleich stark. Die größte Gruppe waren EDV- und Telekomdienstleister, doch auch ihr Anteil betrug lediglich 14 Prozent.

Ein gutes Zeichen, sagen Beobachter: Ein heterogener Markt sei ein gesunder Markt. "München ist die Region, die ohne Turbulenzen weiter Spitzenergebnisse erzielen wird" - darin waren sich die Vertreter verschiedener Großmakler bei einer Diskussion auf dem Real Estate Forum München Anfang des Monats einig. Der Branchenmix sei in Deutschland einzigartig.

"Inzwischen misst sich München nicht mehr mit anderen deutschen Großstädten, sondern die direkte Konkurrenz sind eindeutig andere europäische Hauptstädte", sagt Tim Wiesener, Chef des Münchener Büros beim Immobiliendienstleister Savills. Denn die Attraktivität des Standorts ist ungebrochen hoch: München besitzt die meisten Dax-Unternehmen, eine schöne Innenstadt, und die Berge sind gleich vor der Haustür.

Ebenfalls vielversprechend: Das größte Stück vom Büromarkt-Kuchen entfällt auf den Mittelstand. Von den Vermietungen im ersten Quartal 2008 lag die Mehrheit bei Flächengrößen zwischen 1 000 und 3 000 Quadratmetern (qm). Nur drei neue Mietverträge umfassten mehr als 10 000 qm, ermittelte Savills: Das städtische Schulreferat, die British Telecom Germany und die Münchener Bank unterschrieben Großanmietungen. Zu den mittelgroßen Neuverträgen zählt etwa der mit der Deutsche-Bahn-Tochter DB Services Immobilien, die im September rund 3 400 qm Bürofläche im Münchener Westend beziehen will.

Und der Boom geht unvermindert weiter. Schon nach drei Monaten hatte der Büroflächenumsatz in München die 200 000-qm-Marke geknackt und damit den Wert des Vorjahres um fast ein Fünftel übertroffen. Bis zum Jahresende könnten somit fast 700 000 qm vermietet sein. Die hohe Attraktivität der Stadt untermauert die Zahl der Projektentwicklungen: Allein 460 000 qm Bürofläche sind im Moment im Bau, der Spitzenwert in Deutschland, ermittelte Immobilienberater Colliers Property Partners. Zwar stehen Schätzungen zufolge derzeit etwa sieben Prozent aller Büroflächen im Stadtgebiet leer. Doch dazu zählen vor allem ältere oder sanierungsbedürftige Gebäude.

In der Innenstadt sind freie Flächen ohnehin Mangelware. Weniger als drei Prozent aller Büros in zentraler Lage sind derzeit zu haben, hat das Maklerhaus Jones Lang Lasalle errechnet. Die Mieten für Top-Objekte sind deshalb weiter auf Rekordkurs: Laut Colliers-Statistik erreicht der Spitzenwert derzeit die Marke von 30 Euro, gut fünf Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%