Immobilienmarkt: Neuer Glanz in Osteuropas Metropolen

Immobilienmarkt
Neuer Glanz in Osteuropas Metropolen

Der freie Fall scheint gestoppt: In Polen, Tschechien und der Slowakei zeigen sich zwei Jahre nach der Krise erste Anzeichen einer Erholung. Von den Boomjahren aus der Zeit vor der Krise ist der Osten aber noch weit entfernt - vor allem in Rumänien wird dies noch dauern.
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WIEN. Geduld ist in Osteuropa die neue Tugend für Immobilieninvestoren. Längst Geschichte sind die Boomjahre aus der Zeit vor der Finanzkrise mit zum Teil zweistelligen Renditen. Zwei harte Jahre mit Wertverlusten von bis zu 60 Prozent hatten Immobilieninvestoren und Projektentwickler zu überstehen. Doch nun zeigt sich erstmals wieder so etwas wie ein Silberstreif am Horizont: Der freie Fall scheint gestoppt, auf den osteuropäischen Immobilienmärkten zeichnen sich eine langsame Konsolidierung und Bodenbildung ab.

Die Immobilienmärkte reagieren zwar mit Verzögerung, sie bilden aber im Wesentlichen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Region ab. Und nach dem tiefen Fall gerade auch im vergangenen Jahr gibt es nun erstmals wieder positive Wachstumsraten. "Die Renditen haben sich stabilisiert", sagt Gernot Jany, Immobilien-Analyst von der Ersten Bank in Wien.

Deutsche Immobilienfonds gehören zu den aktivsten Käufern

Für Investoren heißt dies allerdings, dass sie jetzt noch genauer hinsehen müssen. Denn Osteuropa ist nicht mehr gleich Osteuropa, wie viele Investoren in den Zeiten des Booms glaubten. Während der zurückliegenden Monate hat sich unter den Ländern der Region eine klar zu erkennende wirtschaftliche Differenzierung durchgesetzt. In exportstärkeren Ländern wie Tschechien, Polen und der Slowakei geht es wieder recht deutlich aufwärts. Im Südosten mit einer traditionell exportschwächeren Wirtschaft herrscht hingegen noch länger Tristesse. In Ländern wie Kroatien und Rumänien wird die Wirtschaft in diesem Jahr noch schrumpfen, erst 2011 ist wieder mit positiven Wachstumsraten zu rechnen. Wer dort schon heute in Gewerbeimmobilien investiert, braucht vor allem Mut und viel Durchhaltevermögen.

Trotzdem lässt sich der internationale Immobilienberater CB Richard Ellis (CBRE) in seinem Optimismus für die Region nicht erschüttern. Nach Angaben von Osteuropa-Geschäftsführer Andreas Ridder haben sich die Investitionen in der Region wieder gefangen. Nach dem steilen Absturz vor einem Jahr seien in Osteuropa in den ersten sechs Monaten des Jahres etwa 1,7 Mrd. Euro investiert worden - eine Steigerung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 von fast 200 Prozent. Insbesondere offene Immobilienfonds aus Deutschland besäßen wieder den Mut zu neuen Investitionen. Auf sie entfielen etwa 17 Prozent oder ungefähr 300 Mio. Euro der aktuellen Immobilien-Investitionen in Osteuropa.

Polen ist und bleibt unverändert der attraktivste Standort in der Region. 600 Mio. Euro sind nach den Berechnungen von CBRE Richard Ellis im ersten Halbjahr allein im größten Land in Zentral- und Osteuropa investiert worden.

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  • Das Handelsblatt hat es auch nach 20 Jahren der Maueröffnung noch nicht kapiert. Die angesprochenen Länder bzw. Metropolen liegen nicht in Ost-Europa, sondern in Mittel-Europa! Ost-Europa fängt erst mit der Ukraine und Weiß-Rußland an. insofern lohnt sich unter dem Thema "immobilienpreisentwicklung in Ost-Europa" vor allem ein blick in Mega-Städte wie Moskau und Kiew. Dort boomt es nämlich wirklich. Nur am Rande: Der Metro-Konzern macht dort und nirgendswo sonst seine wirklich profitablen Geschäfte! Die Entwicklung in Warschau, Prag und budapest ist doch etwas vollkommen normales (!) und hat überhaupt nichts "abenteuerliches" mehr an sich. Die Analyse des "wahren Ostens" lohnt sich vielmehr. Dort wird wirklicher "Profit" gemacht.

  • > faschistoider Sozialismus

    Klar, weisse Rappen.

    k.h.a., bitte nicht so viel saufen, dadrunter leiden die Gehirnzellen.

    Es ist übrigens KEiN gutes Zeichen, wenn Wohnungspreise "westliches Niveau" haben, denn dann heisst das nur, daß der Wohlstand dort sinkt, weil man weniger Wohnung für's selbe Geld bekommt.

  • Ganz grundsätzlich ist zu beobachten, daß der gute liberale Kapitalismus Europa nun von Osten her aufrollt. Dort ist man überwiegend noch nicht derart versaut wie etwa in Deutschland, wo faschistoider Sozialismus der billigsten Sorte fröhliche Urstände feiert - befeuert durch die Ex-FDJ-Propagandafunktinärin Angela Merkel als Kanzlerdarstellerin.

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