Immobilienmarkt
Potsdam findet seine Mitte

Wo andere Städte ein Zentrum haben, klafft in Potsdam immer noch ein Loch. Der Standort des einstigen Potsdamer Stadtschlosses am Alten Markt präsentiert sich als lediglich von Archäologen belebte Brache. Doch das wird sich bald ändern: Der Wiederaufbau des Hohenzollernschlosses steht stellvertretend für den Aufschwung der Landeshauptstadt.
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POTSDAM. Nach jahrelangen Debatten erhielt vergangene Woche die niederländische Royal Bam Group den Zuschlag für Bau und Betrieb des neuen brandenburgischen Landtagsgebäudes, das bis 2013 in der Gestalt des ehemaligen Hohenzollernschlosses entstehen soll. 120 Mio. Euro sind für das in Form einer Public Private Partnership (PPP) geplante Projekt vorgesehen.

Nicht nur Lokalpatrioten sehen in der Schlossrekonstruktion einen Beleg für den Aufschwung der brandenburgischen Landeshauptstadt. In den 1990er Jahren noch verächtlich als „Hauptstadt der Jammer-Ossis“ apostrophiert, gilt Potsdam heute als die neben Jena prosperierendste Stadt der neuen Bundesländer. Die Kaufkraftkennziffer ist mit 94,9 vergleichsweise hoch, die Arbeitslosigkeit mit 9,2 Prozent relativ niedrig, und die Einwohnerzahl steigt kontinuierlich. „Potsdam ist eine Stadt, die sich gegen den Trend stellt“, sagt deshalb auch die Baubeigeordnete Elke von Kuick-Frenz.

So ist der Landtagsneubau längst nicht das einzige Großprojekt in der Stadt vor den Toren Berlins. Nur wenige hundert Meter von der Baustelle des neuen Parlamentsgebäudes entfernt wird derzeit die Speicherstadt aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Auf dem sieben Hektar großen, von Lagergebäuden aus verschiedensten Epochen geprägten Areal am Ufer der Havel könnten in den kommenden Jahren rund 100 000 Quadratmeter (qm) Bruttogeschossfläche entstehen. Geplant ist ein Wissenschaftsquartier mit Büros, Wohnungen und einem Kongresshotel.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass Potsdam vor einem Quantensprung steht“, sagt Klaas Vollbrecht, Vorstand der Asenticon AG, welche die Entwicklung der Speicherstadt koordiniert. Bereits heute seien alle wichtigen wissenschaftlichen Institute in Potsdam ansässig, stellt Vollbrecht fest. Insbesondere die auf dem Telegrafenberg angesiedelten Institute hätten einen erheblichen Platzbedarf und wünschten sich eine bessere Anbindung an die Innenstadt – und genau diese Anforderungen erfülle die Speicherstadt.

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