Immobilienmarkt: Spanien – Mit der Abrissbirne gegen die Krise

ImmobilienmarktSpanien – Mit der Abrissbirne gegen die Krise

Spanien muss teuer für seinen Immobilienboom bezahlen. Bei vielen Bauprojekten wurden inzwischen die Arbeiten eingestellt. Der Weiterbau lohnt nicht mehr. Experten plädieren für eine radikale Lösung.
  • 12

Die spanische Bad Bank Sareb hat einen Baustopp für einige unvollendete Projekte verhängt, von denen ein Teil nun unter Umständen abgerissen werden soll. Von 650 halbfertigen Objekten wurden bei etwa 160 alle Arbeiten eingestellt, während entschieden werden soll, ob sich der Weiterbau lohnt. Die neuen Abriss-Pläne werden als positives Zeichen gesehen, während die Hoffnung auf eine Wende am Immobilienmarkt keimt, an dem die Preise seit Jahren sinken.

Eine Entscheidung von Sareb, unvollendete Projekte abzureißen, würde zeigen, dass dies sinnvoller sei als auf einen Verkauf zu hoffen, sagt Fernando Rodriguez de Acuna, Projekt-Manager beim Immobilien-Berater RR de Acuna & Asociados in Madrid. Immerhin schrumpft die Wirtschaft des Landes bereits das sechste Jahr in Folge.

„Wenn mit dem Abriss in größerem Rahmen gestartet wird, könnte das ein positives Signal setzen. Es würde zeigen, dass erkannt wurde, wie unmöglich es ist, diese Objekte unter irgendwelchen Umständen zu verkaufen”, erklärte Rodriguez de Acuna. „Zumindest kann das Land nach dem Abriss anderweitig genutzt werden.”

Spanien muss teuer für seinen Immobilienboom bezahlen, der ein Jahrzehnt angehalten hat, bevor er kollabierte. Seit Anfang 2008 sind die Hauspreise um etwa 30 Prozent eingebrochen und die Arbeitslosenquote ist auf 26 Prozent gestiegen. Bei den Banken haben sich die faulen Kredite aufgehäuft; sie vergeben nur zögerlich neue Kredite.

Die Bad Bank wurde von Spanien im vergangenen Jahr aufgesetzt, um angeschlagene Immobilien-Vermögenswerte von acht Banken zu absorbieren. Insgesamt gingen 107.000 Liegenschaften an Sareb, wovon 76.000 leerstehende Wohnimmobilien sind, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos im März. Für dieses Jahr hat Sareb Verkäufe von Vermögenswerten im Volumen von 1,5 Milliarden Euro geplant, erklärte er.

Seite 1:

Spanien – Mit der Abrissbirne gegen die Krise

Seite 2:

Eigenheimpreise um rund 35 Prozent eingebrochen

Kommentare zu " Immobilienmarkt: Spanien – Mit der Abrissbirne gegen die Krise"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.



  • Machmal halblang, jetzt soll der deutshe Renter mit seier Geldgier moralisch dumm dastehen.


    Schau dir deine hochkorrupte Mafia in Politik und Wirtschaft an, dazu die Arroganz spanischer Hidalgobuerger, die jetzt kleinlaut Tortillas backen.

    Den Eurogrössenwahn mit der persönlichen Hausspekulation habt ihr schon selbt zu verantworten.

    Wie gwonnen so zerronnen, liebe Granden. .

  • Die KFW könnte doch nicht rückzahlbare Abrisskredite nach Spanien vergeben. Auf diese Weise könnte auch Deutschland einen Beitrag zur Lösung der Krise leisten.

  • Lustig, egal was Spanien macht, immer die selben Komentare, "Deutschland muss zahlen". Die spanischen Baulöwen hatten es gar nicht nötig in Brusseln als Lobby aufzutretten. Es waren die Deutche Pensionisten, die 4% rendite wollten und da es in Deutschland Geldüberschuss gab, Spanien mit geld überschüttet haben. Jetzt wollen die Pensionisten sein geld zurück und beschimpfen dazu die Spanier weil sie damals die krediten genommen haben.Es sindnich nur immer die anderen schuld, und sie sind dazu faul, auch wenn sie mein Kredit zu Zahlen unglaubliche Kürzungen hinnehmen müssen.

Serviceangebote