Immobilienmesse Expo Real
Gekommen, um Geschäfte zu machen

Hochstimmung auf Europas Immobilienmärkten: Die Nachfrage nach Mietshäusern, Bürotürmen und Shoppingcentern, Hotels, Lagerhallen und sogar nach Parkhäusern oder Pflegeheimen ist groß. Die Branche hat nur ein Problem.

MünchenAb Dienstag treffen sich in München Immobilieninvestoren und -manager aus der ganzen Welt. Sie kommen, um Geschäfte zu machen – und die Großwetterlage zu diskutieren. Wie gut die Laune in der Branche ist, das werden die Besucher der alljährlich in München stattfindenden internationalen Immobilienmesse Expo Real ab Dienstag live erleben können.

Bis Donnerstag trifft sich die Branche in der bayerischen Landeshauptstadt – und zumindest so viel kann man schon sagen: Es wird voll werden in den insgesamt sechs Ausstellungshallen. Denn gegenüber 2015 stieg die Zahl der Aussteller, die sich mit einem eigenen Stand auf der Messe präsentieren, noch einmal um gut drei Prozent auf 1.764. Und vieles spricht dafür, dass damit auch die Zahl der Teilnehmer erneut steigen wird: Im vergangenen Oktober reisten knapp 38.000 Immobilienexperten an die Isar, fast 30 Prozent von ihnen kamen aus dem Ausland.

Auch in diesem Jahr wieder mit dabei sein wird Timothy Horrocks, verantwortlich für Investments in Kontinentaleuropa bei TH Real Estate. Die Immobilientochter des US-Pensionsfonds TIAA, einer der größten seiner Art, zählt mit 97 Milliarden Dollar Immobilienvermögen zu den Schwergewichten am Investmentmarkt. „Die Expo Real ist immer noch das zentrale Ereignis der Immobilienbranche“, beschreibt Horrocks die Rolle der Münchner Messe. „Wir nutzen sie in diesem Jahr, um Gespräche mit Kunden und Geschäftspartnern, aber auch möglichen Verkäufern von Logistik- und Einzelhandelsimmobilien zu führen“, kündigt er an.

Auch Iris Schöberl, die für den in London ansässigen Assetmanager der kanadischen Bank BMO das Immobilieninvestmentgeschäft in Deutschland leitet, hält die Münchner Messe für „einen der international zentralen Branchentreffs“. Selbstverständlich seien auch ihre europäischen Kollegen aus London und Paris vor Ort: „Die europäischen Märkte und insbesondere Deutschland werden für internationale Investoren noch interessanter werden“, prognostiziert sie – was den Wettbewerb um attraktive Immobilien noch verschärfen werde.

Das bestätigt Timo Tschammler, Mitglied der Deutschland-Geschäftsführung des internationalen Immobilienberatungshauses JLL. „Fakt ist und bleibt, dass Deutschland weit oben auf der Beliebtheitsskala der Immobilieninvestoren steht und immer noch attraktive Anlagemöglichkeiten für alle Arten von Investorentypen und alle Risikoprofile bietet“, beschreibt er die aktuelle Situation. Daran ändere auch nichts, dass sich der Investmentrekord aus dem vergangenen Jahr 2016 nicht wiederholen werde: In den ersten neun Monaten dieses Jahres investierten Käufer deutschlandweit knapp 33 Milliarden Euro in Bürogebäude, Einkaufszentren, Hotels oder andere gewerblich genutzte Gebäude. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 14 Prozent mehr.

Dies aber sei keinesfalls ein Ausdruck nachlassenden Interesses: „Es könnte mehr Kapital investiert werden, aber es fehlt das adäquate Angebot“, sagt Tschammler. Nachdem sich die Kauflust der Investoren zwischen Juli und September noch einmal deutlich erhöht habe, werden Käufer laut JLL-Prognose am Jahresende bis zu 50 Milliarden Euro für deutsche Gewerbeimmobilien ausgegeben haben. „Damit würde sich das Jahr 2016 auf Platz drei in der historischen Betrachtung hinter 2007 und 2015 einreihen“, rechnet Tschammler vor.

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