Immobilienpreise
Deutscher Büromarkt hellt sich auf

An den deutschen Gewerbeimmobilienmärkten ist das Kasino wieder eröffnet: Zwar erwarten Experten durch den Konjunktureinbruch steigende Leerstände und sinkende Mieten. Dennoch gehen sie davon aus, dass die Preise von Büros und Logistikobjekten wieder anziehen.
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DÜSSELDORF. "Wir erleben eine Entkoppelung der Immobilienpreise von der realwirtschaftlichen Entwicklung", sagt Günter Vornholz, Leiter Immobilienreseach bei der Nord-LB-Tochter Deutsche Hypo. Insgesamt seien an den neun größten deutschen Standorten Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart im ersten Halbjahr nur noch rund 1,31 Millionen Quadratmeter Büroflächen vermietet worden, sagt Peter Rösler, Vorsitzender der Geschäftsführung von BNP Paribas Real Estate Deutschland.

"Das Ergebnis liegt 28 Prozent unter dem Vorjahreswert." Zugleich sind durch den Konjunkturabschwung die Leerstände von Juli 2008 bis Ende Juni dieses Jahres an den neun Standorten im Schnitt um drei Prozent auf insgesamt 8,87 Millionen Quadratmeter gestiegen - und die Mieten entsprechend unter Druck geraten. Rösler: "Seit Jahresbeginn sind die Spitzenmieten über alle Standorte betrachtet um knapp fünf Prozent gefallen."

Nicht besser sieht es am Logistikmarkt aus: Bundesweit wurden im ersten Halbjahr nach Berechnungen von Jones Lang Lasalle (JLL) nur noch 1,6 Millionen Quadratmeter umgesetzt - 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Leidtragende sind vor allem für Halter von Bestandsobjekten: "Die Umsätze im ersten Halbjahr wurden stark dominiert durch Eigennutzer, die selbst errichtete Neubauten bezogen", sagt Rainer Koepke, Leiter Industrieimmobilien bei JLL. "Handelsketten wie Edeka, Lidl und Rewe restrukturieren ihre Logistiknetze und nutzen jetzt vorwiegend selbst errichtete Objekte." Damit sinkt die Nachfrage nach Bestandsobjekten.

Der Einbruch an den Gewerbeimmobilienmärkten hat sich deutlich in den Halbjahreszahlen börsennotierter Immobilienbestandhalter niedergeschlagen. Die IVG vermeldete für die ersten sechs Monate des Jahres beim Konzernergebnis ein Minus von 99,3 Millionen Euro. Orco Germany, Tochter des internationalen Projektentwickler Orco Property Group (OPG), erlitt einen Verlust von 104,5 Millionen Euro, der an der Londoner Börse notierte Bestandshalter Deutsche Land von 43,1 Millionen Euro. Der britische Investor hatte von Januar bis Ende Juni auf sein deutsches Immobilienportfolio Abschreibungen von 38,5 Millionen Euro oder 6,3 Prozent vornehmen müssen. Dennoch ist Vorstandschef David Maxwell optimistisch: "Ab Anfang 2010 werden sich die Immobilienwerte wieder erholen."

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