Immobilienrecht
Auf leisen Sohlen

In Miet- und Eigentumswohnungen oft ein Problem: Der Schallschutz ist so schlecht, dass die Nachbarn jeden Schritt mitbekommen und davon genervt sind. Manchmal sind Renovierungsarbeiten, zum Beispiel das Verlegen von Laminat, daran schuld. Per Gerichtsbeschluss wurde ein Wohnungseigentümer dazu verdonnert, Teppich in seiner Wohnung zu verlegen.

Als das Haus 1972 gebaut wurde, verlegten die Wohnungseigentümer Velour-Teppichboden in den Räumen und bewegten sich deshalb auf leisen Sohlen. Dreißig Jahre später entschieden sich die neuen Eigentümer für Laminat und Fliesen als Bodenbelag. Zum Ärger der Nachbarn, denn die fühlten sich bald durch den „Trittschall“ aus der renovierten Wohnung belästigt. Sie forderten vom neuen Eigentümer, er solle sich an die seit 1989 geltende Schallschutz-DIN-Norm halten. Ein Sachverständiger stellte fest, dass das mit Laminat oder Fliese nicht möglich sei.

Dann muss halt wieder ein Teppich rein, sagten die Richter des Oberlandesgerichtes (OLG) Schleswig. Der Schallschutz müsse wieder dem Zustand vor der Renovierung entsprechen. Das die neuen Böden der beim Erstbezug geltenden Norm genügt hätten, spielte für die Richter keine Rolle. „Welche Normen bei Änderungen von Wohnungen einzuhalten sind, wird in der Rechtsprechung nicht einheitlich beantwortet“, beruhigt Anwältin Jutta Breiholdt.

Aktenzeichen: OLG Schleswig vom 8. August 2007, 2 W 33/07

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