Immobilienrecht
Richter lehnen unklare Makler-Forderung ab

Formularmäßige Mehrerlösklauseln zugunsten eines Maklers müssen transparent sein. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichtes Frankfurt hervor.

HB FRANKFURT. Ein Verkäufer hatte für eine Immobilie 50 000 Euro Anzahlung und eine monatliche Rente von 5 650 Euro verlangt. Tatsächlich wurde das Haus für 100 000 Euro Anzahlung und 5 330 Euro Monatsrente verkauft. Der Maklervertrag, der dem Makler eine Beteiligung am Mehrerlös zusicherte, klärte allerdings nicht darüber auf, wie sich die Verringerung der Rente auf die Provision auswirken sollte. Daher konnte der Vertrag nach Ansicht der Richter auch so verstanden werden, dass der Makler auch zu beteiligen war, wenn ein echter Mehrerlös gar nicht vorlag, weil die geringere Rente durch eine höhere Anzahlung erkauft wurde.

Das Oberlandesgericht Frankfurt lehnte deshalb den Provisionsanspruch des Maklers ab. „Die Beteiligung des Maklers am tatsächlich erzielten Kaufpreis ist in Zeiten heißer Immobilienmärkte besonders lukrativ. Doch die grundsätzlich zulässige Mehrerlösklausel muss klar und deutlich formuliert sein. Sonst ist sie unwirksam, und der Maklerlohn bleibt aus", erklärt Uwe Bethge von der Kanzlei Bethge und Partner.

Aktenzeichen: OLG Frankfurt, vom 29. November 2006, 19 U 120/06

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