Immobilienrecht
Zweite Chance für Verwalter

Erstellt der Verwalter einer Wohnanlage eine fehlerhafte Abrechnung, kann er abberufen werden. Aber: Er muss nur abberufen werden, wenn das nötig ist, um eine ordnungsgemäße Verwaltung zu gewährleisten, stellt ein Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) Schleswig klar.

HB SCHLESWIG. In diesem Fall hatte sich nur einer der Wohnungseigentümer für die Abberufung des Verwalters ausgesprochen. Alle anderen Eigentümer hielten dem Verwalter die Treue. Der Fehler bei der Abrechnung könne korrigiert werden, meinten die Richter am OLG.

„Mehrheitsentscheidungen binden auch den überstimmten Eigentümer. Das haben die Richter mit dem Urteil noch einmal unterstrichen“, kommentiert Susanne Tank von der auf Immobilienrecht spezialisierten Kanzlei Bethge und Partner in Hannover das Urteil. „Seit dem ersten Juli sieht das Wohneigentumsgesetz aber ausdrücklich die Abberufung des Verwalters aus wichtigem Grund vor, wenn er keine ordnungsgemäße Beschluss-Sammlung führt. Ob bei Verletzung dieser neuen Pflicht den Eigentümern, wie im obigen Fall noch, ein Ermessen zusteht, erscheint fraglich“, warnt Tank.

Aktenzeichen: OLG Schleswig vom 8.Dezember 2006, 2 W 111/06

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