Immobilienschlacht
Vonovia nimmt knapp die Hürde

Mit einem Milliarden-Deal hat die Deutsche Wohnen versucht, die Übernahmepläne durch Konkurrentin Vonovia zu verhindern. Das lässt den Konzern kalt – auf der Hauptversammlung stimmten Aktionäre für die Übernahme.

DüsseldorfDer Dax-Konzern Vonovia buhlt um den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen. Doch das Übernahmeziel gibt sich nicht geschlagen und hatte am Freitagabend angekündigt, 13.600 Wohnungen von der ebenfalls börsennotierten Patrizia zu kaufen und so insgesamt 15.200 Einheiten im zweiten Halbjahr 2015 für Euro 1,2 Milliarden Euro zu erwerben. Damit wollte die Deutsche Wohnen die eigenen Investoren von einer Zukunft in Selbstständigkeit überzeugen.

Doch auf der außerordentlichen Vonovia-Hauptversammlung in Düsseldorf zeigt man sich unbeeindruckt. Die Vonovia-Aktionäre votierten für das 9,9 Milliarden schwere Übernahmeangebot und machten den Weg frei für eine Kapitalerhöhung, mit der der Erwerb finanziert werden soll. 78,2 Prozent der Aktionäre stimmten für die nötige Kapitalerhöhung - notwendig wäre eine Zustimmung von 75 Prozent gewesen.

Vonovia-Chef Rolf Buch fand das Ergebnis am Ende gar nicht knapp. „Bei der CSU passiert so etwas auch einmal“, kommentierte er den Ausgang der Abstimmung erleichternd lächelnd. 

Das so genannte "Harald-Paket" sei Vonovia bekannt und passe aufgrund seiner Streuung über das Bundesgebiet „hervorragend“ zur Strategie der Vonovia, sagte Buch. Er wertet den Kauf der Deutsche Wohnen als reine Abwehrmaßnahme. Denn es sei verwunderlich, dass die Deutsche Wohnen, die überwiegend in Berlin tätig ist, plötzlich Wohnungen kauft, die über ganz Deutschland verteilt sind. Von den 149.000 Wohnungen der Deutsche Wohnen werden 107.000 im Großraum Berlin vermietet.

Buch stellte klar, dass Vonovia die Deutsche Wohnen „schon länger als sinnvollen Partner identifiziert“ habe. Man habe auch in der Vergangenheit immer wieder einmal konstruktive Gespräche über die Möglichkeit einer Fusion geführt. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) steht hinter der geplanten Übernahme.

Nun liegt die Entscheidung in den Händen der Aktionäre der Deutschen Wohnen. Vorstandschef Zahn hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt, dass Vonovia die 50-Prozent-Marke verfehlen werde, die der Branchenriese braucht, um bei Deutsche Wohnen durchzuregieren. Viele Deutsche-Wohnen-Aktionäre sind allerdings auch bei Vonovia engagiert und haben ein Interesse daran, dass die Fusion zustande kommt. "Ich bin überzeugt, dass unser Angebot für die Deutsche-Wohnen-Aktionäre attraktiv ist", unterstrich Buch.

 

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