Immobilienschwerpunkt Berlin
Viel Raum und günstige Mieten

Berlin ist planlos, war es immer. Der Senat weiß nicht, was die Bezirke bauen, und die Bezirke kümmern sich wenig um die Pläne des Senats. In der ganzen Stadt entstehen weiter Hotels, Büros und Einkaufszentren. Am Bedarf vorbei.

Leer stehende Hotels, verfallende Bürogebäude, Mieten weit unter dem Niveau einer europäischen Hauptstadt: Die Euphorie nach der Wende war größer als der Bedarf. Die versprochenen fünf Millionen Einwohner sind nie in Berlin angekommen, gebaut wurde trotzdem für sie. Nach jahrelangem Stillstand versinkt die Stadt nun wieder in Baustellen: Am Alexanderplatz ist jüngst das Einkaufszentrum Alexa entstanden, in der ganzen Stadt schießen Hotels aus dem Boden, und selbst Büros entstehen neu. Dabei hat die Stadt noch immer so viele Einwohner wie vor 18 Jahren. „Der Markt für Büros, Hotels und Einzelhandel ist im Großen und Ganzen gesättigt“, sagt Udo Dittfurth, Stadtplaner bei der Planergemeinschaft, „wenn neue Projekte Erfolg haben sollen, brauchen sie eine neue Qualität, ein eigenes Profil.“ wenn nicht sogar übersättigt.“ Der Senat sieht das anders, nur fehlt ihm der Überblick.

Schuld daran ist die Struktur der Hauptstadt. Zwölf Bezirke, die jeder für sich einer mittelgroßen Stadt entsprechen und mit dem darüber thronenden Senat ums Baurecht zanken. Eine Liste über alles, was gebaut wird, habe der Senat nicht, sagt die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer .In allen Einzelheiten wissen das nur die Bezirke. Die stellen für ihr Gebiet Bebauungspläne auf und erteilen die Baugenehmigungen.

Rechtlich sitzt der Senat zwar am längeren Hebel, nutzt diese Position aber nicht immer aus. „Er macht das einmal, vielleicht zweimal, beim dritten Mal ist ein derartiger Eingriff in die Zuständigkeit des Bezirks öffentlich schwer vermittelbar“, sagt Michail Nelken, Baustadtrat im Bezirk Pankow. Außer das Gebäude entsteht an einem Ort von „gesamtstädtischer Bedeutung“ wie am Alexanderplatz oder am Ku´damm. Dann entzieht der Senat den Bezirken das Planungsrecht schon im Vorfeld.

„Es ist wichtig, dass es mehrere Planungsmechanismen gibt – den Überblick als auch die lokale Kenntnis“, sagt Dittfurth, „aber von außen ist das manchmal nicht so plausibel.“ Immer wieder gibt es Fälle, in denen die Interessen aufeinanderprallen. „Das kostet viel Zeit“, sagt Michael Burrack, Leiter der Vivico Real Estate Berlin, „und ist auch in der Konkurrenz zu anderen Städten problematisch.“ Einstufige Verwaltungen haben eine Schnittstelle weniger und können Anträge deshalb schneller bearbeiten.

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