Immobilienspezialfonds
Fonds-Neulinge mischen den Markt auf

Immobilienentwickler und -händler steigen ins Fondsgeschäft ein. Alle buhlen um dieselben Kunden – Versicherer und Pensionskassen. Wie die größere Konkurrenz das Geschäft mit Spezialfonds verändert.
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DÜSSELDORF. Der Markt der offenen Immobilienspezialfonds erlebt eine Welle von Neugründungen. Mindestens zehn Gesellschaften sind in diesem Jahr mit Anlagevehikeln für institutionelle Großkunden wie Versicherungen, Rentenkassen und Pensionsfonds an den Start gegangen – oder haben angekündigt, dies im nächsten Jahr zu tun.

Das Volumen aller neuen Fonds beträgt etwa 3,5 Mrd. Euro. Allein diese Neugründungen würden den deutschen Spezialfondsmarkt um mehr als zehn Prozent auf etwa 33 Mrd. Euro nach oben treiben. Skeptische Marktbeobachter wenden ein, dass schärfere Eigenkapitalvorschriften der Versicherer den Neulingen in die Parade fahren könnten.

Immobilienspezialfonds werben mindestens 50 Prozent ihres Volumens als Eigenkapital bei Profi-Investoren ein. Wer einen Fonds auflegen möchte, muss entweder selbst eine Kapitalanlagegesellschaft (KAG) gründen oder nutzt die Service-KAG einer anderen Gesellschaft als Mantel für den eigenen Fonds. Die Service-KAG übernimmt die allgemeinen Verwaltungsarbeiten, der Fondsanbieter kümmert sich um die Immobilienverwaltung.

„Die Konkurrenz im Spezialfondssegment wird größer“, sagt Liane Muschter, die sich als Partnerin der internationalen Anwaltskanzlei Ashurst auf die Beratung von Spezialfonds-Gesellschaften spezialisiert hat. Dies zumal auch alte Hasen wie Branchenführer IVG Institutional Funds (IVG IF) und die Nummer zwei, iii Investments, ihre Position ausbauen wollen. Diese etablierten Anbieter kommen weit überwiegend aus dem Banken-Lager, so auch die IVG IF, früher eine Tochter des Bankhauses Oppenheim. Bei den Neulingen ist es umgekehrt, sieht man von den gerade gestarteten Real I.S. und LHI ab.

Als jüngster Aspirant gab sich Corpus Sireo gegenüber dem Handelsblatt zu erkennen. „Es wird im nächsten Jahr einen Corpus-Sireo-Spezialfonds geben“, kündigte Geschäftsführer Ingo Hartlief an. Er wird das Geschäft für die als Immobilienentwickler und Verwalter eigener und fremder Gewerbe- und Wohnimmobilienbestände bekannten Kölner aufbauen.

Die Neulinge unter den Anbietern kommen nicht aus der Bankenwelt

Wenn Hartlief demnächst um Gelder buhlt, wird er auf Georg Reul treffen. Reul baut das Spezialfondsgeschäft der Frankonia Eurobau auf. Die Firma aus Nettetal am Niedderrhein gehört zu den größten deutschen Immobilienentwicklern. Ihr Schwerpunkt: Wohnraum für höhere Ansprüche. „Die Fonds sind weder eine Kapitalbeschaffungsmaßnahme noch Teil einer Exitstrategie für Frankonia-Projektentwicklungen“, stellt der frühere IVG-Vorstand Reul klar.

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