Immobilienunternehmen rüsten in großem Stil um
Genossenschaften bauen für Senioren vor

Die Wohnungsbaugenossenschaften stellen sich verstärkt auf die Bedürfnisse alter Menschen ein. Denn erstens steigt die Zahl der über 65-Jährigen laut Statistischem Bundesamt bis 2050 von 16 auf 23 Millionen. Und zweitens wohnen schon heute überproportional viele Senioren in Genossenschaftswohnungen, wie das Forschungsprojekt „Altersvorsorge und Wohnungsgenossenschaften“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung ergeben hat.

HB BERLIN. Grund dafür sei die Garantie auf lebenslanges Wohnrecht, das die Genossenschaften ihren Mitgliedern einräumten, sagt der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Lutz Freitag. Mehr als ein Drittel der durch den Verband vertretenden Genossenschaften bieten bereits altersgerechte Produkte und Serviceleistungen an, wie der GdW vergangene Woche in Berlin bilanzierte. 35,5 Prozent der GdW-Mitglieder haben bereits Wohnungen mit Notrufsystemen oder Rufbereitschaften; knapp ein Viertel organisiert hauswirtschaftliche Dienste, etwa jede dritte Genossenschaft kooperiert mit Trägern der Wohlfahrtspflege.

„Vor allem für die Altersgruppe 80 und älter sind solche Angebote relevant“, sagt Tobias Just, Immobilienanalyst der Deutschen Bank Research. „Denn mit dem steigenden Alter werden breitere Türen, ein Lift oder altersgerechte Bäder wichtiger und damit wertvoller.“ Trotz der steigenden Nachfrage könne es jedoch zu einem Überangebot kommen, meint Just, denn „die Logik ist so einfach, dass zu viele Immobilieninvestoren dieselbe eigentlich richtige gute Idee haben könnten, die dann in Summe überzogen sein könnte“.

Auch müsse man sich vor einer „Investition an der Zielgruppe vorbei“ in Acht nehmen, denn im Moment wisse noch niemand, wie die künftigen Seniorengenerationen wohnen möchten. Der Trend geht seiner Meinung nach zu Wohnprojekten, in denen jeder seine eigene Wohnung hat, aber auch Gemeinschaftsräume zur Verfügung stehen. Zukünftig wolle niemand ausschließlich unter Gleichaltrigen wohnen. „Die Menschen wollen auch weiterhin am Leben teilnehmen.“

Weil aber das Alterseinkommen im Vergleich zum Erwerbseinkommen in Zukunft noch sinken wird, gleichzeitig die Kosten für Leistungen wie Haushaltshilfe und Notruf jedoch steigen, wollen die Genossenschaften ihr Angebot weiter ausbauen. „Spezielle Altersvorsorgeprodukte, wie etwa zusätzliche Geschäftsanteile oder eigentumsgleiche Dauerwohnrechte“, sagt Freitag, „sollen die Mitglieder unterstützen, damit sie auch im Alter noch ihre Miete zahlen und ein Leben lang in ihrer Wohnung bleiben können.“

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