Immobilienunternehmen
Studentenbuden bringen Rendite

Glaubt man den Immobilienstrategen, lebt der Student von heute anders als noch vor 25 Jahern. Studenten scheuen chaotische WGs und sterile Einzimmer-Wohnheime, zumindest, wenn sie nicht auf jeden Euro achten müssen. Immobilienunternehmen entdecken den Markt für Studentenapartments – und locken Investoren mit Wohnungen für angehende Akademiker.

DÜSSELDORF. Kochen in der „Cooking-Lounge“, fernsehen in der „TV-Lounge“, Hanteln stemmen im eigenen Fitnesscenter, „wireless“ im Internet surfen übers interne IT-Netzwerk. Nur der Hausmeister nennt sich französisch-elegant „Concierge“: Studenten von heute scheinen irgendwie anders zu leben als vor 20 Jahren. Jedenfalls dann, wenn sie – oder ihre Eltern – nicht auf jeden Euro schauen müssen. „Studentisches Wohnen beschränkt sich eben nicht mehr auf die Einzimmer-Wohnung im Hinterhof“, sagt Michael Ries, Vorstand des Kölner Immobilienunternehmens Vivacon AG. Gefragt seien kompakte, möblierte Wohnungen an möglichst urbanen Standorten, die zudem einen „Mehrwert“ bieten: Etwa mit Serviceangeboten wie Lounge- und Wellnessbereichen mit Spa und Sauna. Und davon gebe es in Deutschland noch viel zu wenige, ist Ries überzeugt.

Mit einer neuen Produktlinie namens „My Studio“ wollen die Kölner diese Lücke schließen: Zunächst in der benachbarten Universitätsstadt Bonn, später in Marburg, Gießen, Frankfurt am Main, Hamburg und Göttingen baut der Immobilienentwickler Studentenapartments für die Sprösslinge der Wohlstandsgesellschaft. „Die Quadratmetermiete wird rund 2,50 Euro bis drei Euro höher liegen als für Wohnraum vergleichbarer Größe“, kalkuliert der Vorstand. Profitieren sollen davon Kapitalanleger: Zu Preisen von 2 500 Euro, in Einzelfällen sogar zu mehr als 3 500 Euro“ pro Quadratmeter (qm), werden die Apartments Käufern angeboten. „Wir kalkulieren mit anfänglichen Renditen zwischen fünf Prozent bei Bestandsobjekten und sechs Prozent im Neubau“, sagt Ries.

Auch das Stuttgarter Immobilienhandelsunternehmen Alta Fides AG glaubt an den Markt für Studentenapartments: „Völlig unverständlicherweise ist das Thema in Deutschland noch nicht besetzt“, sagt Vorstand Christian J. Dunkelberg. Es fehle ein ausreichendes Angebot für die Zielgruppe angehender Akademiker: „In Heidelberg müssen zu Semesterbeginn regelmäßig Zelte für wohnungssuchende Erstsemester aufgestellt werden.“ Genau sie könnten künftige „Campus“-Kunden sein: Unter dieser Marke entwickelt Alta Fides, an der sich jüngst die Schweizer Corestate Capital AG mit gut 14 Prozent beteiligte, Wohnungen für den Studenten von heute. Der gehe seine Ausbildung zielorientiert und zügig an, glaubt Dunkelberg und scheue chaotische WGs ebenso wie sterile Wohnheime alten Zuschnitts. „Gefragt sind Komfort und Privatheit, gleichzeitig will man aber auch am studentischen Leben teilhaben.“ Wie Vivacon sucht daher auch Alta Fides nach Standorten in unmittelbarer Nähe zu Universitäten und auch die Stuttgarter möblieren ihre 26 qm großen Studentwohnungen mit allem, was zum Leben nötig ist. 280 Euro Miete plus Nebenkosten soll das Apartment kosten, je nach lokalem Mietniveau kann es aber auch mehr werden.

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