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22.06.2008 
Ansturm auf Berliner Szenebezirke

In beliebten Stadtvierteln von Berlin ziehen die Mieten an

von Katrin Noack

Billig wohnen in Berlin? Die Zeiten sind vorbei! In Szenebezirken wie dem Prenzlauer Berg steigen die Mieten immer schneller. Zum Ärger von Anwohnern und Wohnungssuchenden. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil.

Der Prenzlauer Berg ist beliebt bei Familien und Singles. Doch jetzt steigen die Mietkosten rapide. Foto: ReutersLupe

Der Prenzlauer Berg ist beliebt bei Familien und Singles. Doch jetzt steigen die Mietkosten rapide. Foto: Reuters

BERLIN. Ein sonniger Sonntagmittag im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Plaudernd wartet eine Traube von Jeans- und T-Shirt-Trägern in der Chodowieckistraße vor einem sanierten, hellblauen Altbau. Offenbar Studenten und junge Berufsanfänger, die alle die gleiche Anzeige gelesen hatten: "Einzimmerwohnung, 40 Quadratmeter, 310 Euro inklusive Heiz- und Nebenkosten."

"Eine schöne Wohnung und günstig in dieser Gegend", sagt die junge Frau, die gerade ihren ersten Job angetreten hat und nun eine eigene Wohnung sucht. Breite Bürgersteige, Cafés und Restaurants - die Straße verspricht hohe Lebensqaulität.

Für die meisten Wohnungen dieser Größe werden in Zeitungsanzeigen und im Internet mittlerweile zwischen 550 und 600 Euro Warm-miete monatlich gefordert. Der Unterschied zu Städten wie Heidelberg oder München, wo man für eine Einzimmerwohnung den lokalen Mietspiegeln zufolge 620 oder 670 Euro warm bezahlt, ist hier gering.

Bis vor wenigen Jahren konnte man in keiner deutschen Großstadt billiger wohnen als in Berlin. Doch die Mieten in den Szenebezirken Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg steigen inzwischen Jahr um Jahr deutlich. An der Prenzlauer Allee bezahlen Mieter für eine 80-Quadratmeter-Wohnung im Durchschnitt 914 Euro warm, stellt der vom Berliner Wohnungsunternehmen GSW und dem internationalen Immobiliendienstleister Jones Lang Lasalle (JLL) gemeinsam erstellte Wohnmarktreport fest. Seit zwei Jahren wächst die Bevölkerung der Hauptstadt wieder und Wohnungen werden langsam knapper, laut GSW/JLL jährlich um etwa ein Prozent. Allein im Jahr 2006 ließen sich 14 416 Neu-Berliner im Bezirk Pankow, zu dem auch Weißensee und der Prenzlauer Berg gehören, nieder.

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