In Berlin sind die Mieten zu billig
Rentner kaufen keine Wohnungen

Über 7 000 Wohnungen hat die Deutsche Annington Immobilien AG (DAIG) nach eigenen Angaben seit 2001 an Mieter verkauft. Den Grundstock ihres Bestandes von 80 000 Wohnungen bilden 64 000 Eisenbahnerwohnungen. Dass die zur britischen Beteiligungsfirma Terra Firma gehörende DAIG vergleichsweise zügig verkauft, liegt daran, dass sie vornehmlich gepflegte Werkswohnungen anbietet.

rrl BERLIN. Die Käufer großer kommunaler Bestände werden es schwerer haben. Den in ihren Wohnungspaketen sind in der Regel auch Sozialwohnungen, oft auch Wohnblocks an sozialen Brennpunkten.

Joachim Tigges, heute selbstständiger Berater und früher Vorstand des Wohnungsunternehmens Allwo, sagt: „Wo eine hohe Zahl von Ausländern, Rentnern und Sozialhilfeempfängern wohnt, bleibt die Privatisierungsquote gering.“ Wer als Privatisierer Erfolg haben wolle, müsse die Preise am untersten Ende des Marktes ansiedeln, stellt er fest. Besonders schwierig sei es, kleine Wohnungen zu verkaufen, außer diese lägen in der Nähe von Universitäten und Krankenhäusern.

Auch das Argument, so lange die Zinsen so niedrig seien, dass die finanzielle Belastung für den Käufer nicht höher als die Miete ausfalle, scheint nicht mehr zu ziehen: „Kredite sind für Privatpersonen viel schwerer zu bekommen als früher“, stellt Hans Werner Klee, Leiter Strategie bei RAG Immobilien, fest. Zudem wurde auf dem Handelsblatt- Kongress „Investmentmarkt Wohnimmobilien“ deutlich, dass Mieter sich nicht verschulden wollen, so lange sie die zukünftigen Belastungen aus den Reformen des Sozial- und Gesundheitssystems nicht abschätzen können.

Nach Tigges Erfahrung schwanken die Privatisierungsquoten zwischen 20 und 50 Prozent. In Berlin dürften sie eher am unteren Ende liegen. Denn: „In Berlin sind die Mieten zu niedrig“, sagt Berater Stefan Klingsöhr. In solchen Fällen fehle der Kaufanreiz.

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