Industrieimmobilien werden nur selten angemietet - Anleger bevorzugen Ballungsräume
Produziert wird am liebsten im Eigentum

Mehr als 1 022 Hektar, gut 10,2 Millionen Quadratmeter verfügbare Gewerbe- und Industriefläche weist der „Strukturatlas Regio Rheinland“ aus, ein Kompendium, das nicht nur regionalen Firmen die Suche nach einem geeigneten Unternehmensstandort erleichtern soll.

DÜSSELDORF. Eine ganze Menge, sollte man meinen, und genug Raum für Expansions- oder Ansiedlungspläne. Doch in der Praxis hakt es: Klein- und Mittelbetriebe, lärm- und schadstoffemittierende Unternehmen haben es trotz des Flächenangebotes schwer bei der Standortsuche. Mittelständler beklagen zu hohe Preisvorstellungen der Verkäufer, unrealistisch große Flächenzuschnitte und langwierige Genehmigungsprozesse.

Vor allem kleine Gewerbetreibende sind betroffen. „Es gibt immer wieder Anfragen nach Flächen um etwa 1 000 Quadratmetern Größe“, berichtet etwa Günther Vomhof, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Frechen bei Köln. „Das Problem ist, dass im Verhältnis zur Flächengröße dann die Erschließung sehr teuer ist.“ So parzelliert die Münchener Dibag Industriebau AG, Partner der Stadt im Frechener Gewerbegebiet Europark unmittelbar an den Autobahnen A1 und A4, Flächen erst ab einer Mindestgröße von 3 000 Quadratmetern. Zu groß und – bei Quadratmeterpreisen um 130 Euro inklusive Erschließung – zu teuer für viele Mittelständler. „Die Stadt überlegt bereits, auch kleinere Flächen bereit zu stellen“, weiß Vomhof.

Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen ist Flexibilität gefragt. Zwar konnten seit 1990, als mit dem Paketdienst DPD der erste Nutzer den Gewerbepark bezog, etwa 50 Betriebe in Frechen angesiedelt werden, darunter Kamps Brot, Lekkerland/Tobaccoland, Klöckner Stahl- und Metallhandel sowie DAF Trucks, die mit ihrer Deutschland-Zentrale nach Frechen kamen. Dennoch warten noch rund 113 000 Quadratmeter Fläche auf Nutzer. Wann sie gefunden sein werden, das sei noch offen, meint der Wirtschaftsförderer. „Im Augenblick jedenfalls sind die wenigsten Firmen bereit, schnell viel Geld zu investieren."

Dabei haben viele deutsche Unternehmer „eine besondere Beziehung zur Immobilie“, weiß Bernd Kottmann, Vorstand der IVG Immobilien AG in Bonn und dort zuständig für das Portfoliomanagement. Jahrzehntelang sei der unternehmenseigene Immobilienbesitz auch ein Instrument der Kreditbeschaffung und -sicherung gewesen. „Dies wandelt sich heute jedoch durch das veränderte Kreditgebahren der Banken auf Grund von Basel II“, sagt Kottmann. Basel II wird neue Eigenkapitalstandards für die Banken einführen. Die unternehmenseigene Immobilie werde in Zukunft eine ganz andere Bedeutung bekommen, alternative Finanzierungsformen wie etwa Investorenmodelle eine größere Rolle spielen. „Heute stecken gerade kleine Unternehmen, sobald sie aus der Startphase hinausgewachsen sind, noch viel Eigenkapital in ein eigenes Firmengebäude. Sinnvoll ist dies nicht – und wird es zunehmend weniger sein“, sagt Kottmann.

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