Initiative „Nicht bei mir!“ engagiert sich für aktiven Einbruchschutz
Sicherheit als Verkaufsargument bei Immobilien

Die Sicherheit von Wohnungen, Büros und Geschäftsräumen wird in Zukunft mehr und mehr den Verkauf und die Vermietung von Immobilien beeinflussen. Davon zeigt sich die vor wenigen Wochen gestartete bundesweite Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“ überzeugt, in der sich die Verbände der Sicherheitswirtschaft und die Polizei zusammengeschlossen haben.

„Aufklärung und Handeln sind dringend geboten“, sagt Dr. Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative, „denn Deutschland schneidet in puncto Sicherheitsausstattung von Immobilien im europäischen Vergleich relativ schlecht ab.“

Alle zwei Minuten wird nach Angaben der Initiative ein Einbruch verübt. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für 2003 rund 123.000 Wohnungseinbrüche und nahezu 92.000 Einbrüche in Boden- und Kellerräume aus. Die Versicherer registrieren wachsende Schadenssummen, die im vergangenen Jahr auf ca. 600 Millionen Euro kletterten. „Deshalb wollen wir Mieter, Eigentümer, Vermieter und Wohnungsunternehmen anregen, selbst mehr für den Schutz ihrer Häuser und Wohnungen zu tun“, erläutert Rieche. Sicherungstechnik könne als Verkaufs- oder Vermietungsvorteil genutzt werden.

Bedarf an verbessertem Einbruchschutz sieht die Immobilienwirtschaft vorrangig in speziellen Marktsegmenten. Vor allem allein stehende Bewohner von Appartementhäusern würden nach verstärkten Sicherungsmaßnahmen fragen, hat Ulrike Nahlenz, Geschäftsführerin der Nahlenz Immobilienverwaltung GmbH aus Schopp bei Nürnberg, beobachtet. „Wir hatten in den zurückliegenden Jahren viele Einbrüche mit extremem Vandalismus. Seitdem beginnen Sicherheitsfragen zunehmend eine Rolle zu spielen“, berichtet die Immobilienexpertin.

Concierge beruhigt Bewohner

Dass neben Lage und Preis von Immobilien auch die bauliche Ausstattung und das subjektive Sicherheitsempfinden als Vermarktungsaspekte eine Rolle spielen, wird im GdW Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen bestätigt. Standard seien Einbruch hemmende Eingangstüren und Türschlösser sowie Gegensprechanlagen. Die Wohnungswirtschaft engagiere sich, individuelles Bedrohungsempfinden zum Beispiel durch Conciergedienste in Hochhäusern zu mindern. In einem großen Berliner Wohnkomplex sei es gelungen, durch Aufteilung der langen Flure und Schaffung unterschiedlicher Eingangsbereiche die Vermietung wieder auf 100 Prozent zu steigern. Eine Balance zwischen möglicher und notwendiger Ausstattung sei aber nicht nur aus Kostengründen notwendig. Zu aufwändige Zugangssperren in einzelnen Gebäuden könnten unter Umständen signalisieren, dass es etwas zu holen gäbe.

Sicherheitsaspekte würden vor allem von älteren Personen und Singles positiv gesehen; für den Kauf seien sie aber nicht entscheidend, sagt Prof. Stephan Kippes, Geschäftsführer und Leiter der RDM-Bayern GmbH Institut für Immobilienmarktforschung und Berufsbildung. Im hochpreisigen Marktsegment reagierten die Interessenten bereits deutlich sensibler, hier würde beste Ausstattung verlangt. Sicherheit werde aber noch nicht durchgängig als Verkaufsargument genutzt.

Maßnahmen der Sicherheitstechnik für Büro oder Wohnung stellt die Initiative im Internet unter www.nicht-bei-mir.de vor. Eine Datenbank listet Unternehmen und polizeiliche Beratungsstellen auf.

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