Insolvente Immobilienfirma: Anlegeranwalt Julius Reiter will WGF sanieren

Insolvente Immobilienfirma
Anlegeranwalt Julius Reiter will WGF sanieren

Überraschender Personalwechsel bei WGF geplant: Die Vertreter der Anleihegläubiger wollen in Aufsichtsrat und Vorstand der insolventen Immobilienfirma einziehen. Mehrheitseigner Pino Sergio will die Vorschläge prüfen.
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DüsseldorfBei der insolventen Düsseldorfer Immobilienfirma WGF AG deutet sich ein überraschender Personalwechsel an. Anlegeranwalt Julius Reiter von der Düsseldorfer Kanzlei Baum Reiter & Collegen, zur Zeit Mitglied des Gläubigerausschusses, will in den Vorstand wechseln und dort die Aufgabe des Sanierungsvorstands übernehmen. Das würde bedeuten, dass Bernd Depping, von Hause aus Insolvenzverwalter, der diese Position gegenwärtig innehat, ausscheiden müsste.

Die Position von Reiter, der die Interessen der Anleihegläubiger und damit der größten Gläubigergruppe vertritt, soll Markus Kienle von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (Sdk) übernehmen. Reiter, der als Anwalt auch Schadenersatzansprüche gegen de WGF prüft, kündigte an, seine Mandanten an Kollegen abzugeben. So sollen Interessenkonflikte vermieden werden. Damit noch nicht genug: Klaus Nieding, Vorstand der Kanzlei Nieding + Barth in Frankfurt und wie Reiter Anlegeranwalt, soll die Position des WGF-Aufsichtsratsvorsitzenden übernehmen.

Gegenwärtig ist der Bankrechtler Prof. Hans-Peter Schwintowski Aufsichtsratschef. Mit von der Partie ist auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), die mit der SdK im Gläubigerausschuss an einem Strang ziehen will. Die Position von Pino Sergio, Vorstandsvorsitzender, Gründer und Mehrheitsaktionär des Immobilienhändlers und Projektentwicklers, würde ebenso wie die von Finanzvorstand Paul Zimmer, unangetastet bleiben.

Die WGF hatte am 11. Dezember 2012 nach hohen Bilanzverlusten im Geschäftsjahr 2011 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Gericht hat dem Antrag stattgegeben. In der Praxis bedeutet Eigenverwaltung für eine Aktiengesellschaft, dass der Vorstand die Geschäfte weiterführt und die Verantwortung nicht wie bei einer Regelinsolvenz an den Insolvenzverwalter abgibt. Statt eines Insolvenzverwalters beruft das Gericht einen sogenannten Sachwalter, der quasi eine Aufsichtsfunktion über das Management ausübt. Im Falle der WGF hat der Berliner Insolvenzrechtsexperte Prof. Rolf Rattunde diese Rolle.

Ihre Immobilienkäufe und Projekte finanzierte die WGF über Hypothekenanleihen. Nach dem von Sergio erfunden Konzept werden die ausgegebenen Schuldverschreibungen durch erstrangige Hypotheken auf die damit erworbenen Gebäude abgesichert. Für diese Anleihen versprach er bis zu 6,35 Prozent Zinsen. Zwischen Dezember 2012 und Juli 2017 hätte die WGF Anleihen im Volumen von 194,9 Millionen Euro zurückzahlen müssen.

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Das Unternehmen soll fortgeführt werden

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  • wenn der vorstand für seine anteile so gut wie nix bezahlt hat und die wertschöpfung im unternehmen hauptsächlich über zuschreibungen erfolgte,wie üblich und leider von fast allen WPs unbeanstandet und abgenickt,überhöhte kaufopreise und provisionen-kick backs-beim sinnfreien ankauf von objekten üblich war,bleibt den aktionärsschützenden lichtgestalten aus dem paragrafenwald nur noch die möglichkeit direkt in kasse zu greifen,um die verarmenden anleger zu retten.

    rattunde hat sicher nix dagegen,wenn für ihn genug übrig bleibt

    dem ESUG sei dank ,das nun auch das bis dahin unbekannte gESUGse zum flöhen kommt

  • Auf dem Papier war das WGF Konzept von jeher interessant..die hohen Anleihezinsen machten jedoch stutzig betrachtet man die übliche Rendite von Immobilienfirmen.Vermutlich sind real die einzigen echten Nutznießer die Bezieher von Management bzw. Transaktionkosten.Wenigstens ist der Vorstand Mehrheitsaktionär und daher wohl tatsächlich an einer Fortführung des Unternehmens interessiert. Ob das Potential des Hypothekenanleihenmodells grundsätzlich zukunfts bzw. tragfähig ist ungewiss. Eine echte Alternative zu bspw. REIT's als indirektes Investment in Immobilien ist das Modell zwar aufgrund des rechtlichen Statuses als Anleiheninhaber aber nur der zukünftige Erfolg der Sanierung wird beweisen ob es permanent marktfähig ist.

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