Immobilien
Institutionelle entdecken Themenfonds

Der Markt für Immobilienspezialfonds wandelt sich. Das Geld institutioneller Investoren wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen fließt immer häufiger in fokussierte Fonds. „Der Investor sucht Diversifikation nicht mehr im Produkt, sondern stellt sich selbst ein Portefeuille zusammen, sagt Knut Riesmeier, Geschäftsführer der Meag Munich Ergo Assetmanagement GmbH, die ein Immobilienvermögen von rund 12,3 Mrd. Euro verwaltet.

HB DÜSSELDORF. Offene Immobilienspezialfonds und ihre Anbieter unterliegen der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Im Unterschied zur Publikumsfonds, die keine Beschränkung kennen, dürfen Spezialfonds maximal 30 Investoren aufnehmen. Hier zu Lande verwalten 80 Fonds knapp 14 Mrd. Euro Eigenkapital.

Ulrich Nack, Geschäftsführer der Aareal Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH, beschreibt die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre so: Vor allem Versicherer verfügten anfangs über direkt gehaltenen Immobilienbesitz im Inland, den sie um indirekte Investitionen mittels Spezialfonds auf den großen europäischen Büroimmobilienmärkten, etwa in Benelux und Frankreich, ergänzten. Der für solche Spezialfonds habe aber eine gewisse Sättigung erreicht. Nun werde über so genannte Themenfonds in Nischen investiert. „Hier tritt im übrigen die spezifische Erfahrung des jeweiligen Fondsmanagers noch deutlicher in den Vordergrund“, ergänzt Matthias Hühnlein, der in der Geschäftsführung der DB Real Estate für Spezialfonds zuständig ist.

Die Diversifikation erfolgt regional und nach Nutzungsarten. So will die Aarauer Immobilien rund 125 Mill. Euro Eigenkapital für ihren in Skandinavien investierenden Nordic Fund einwerben. Die Commerz Grundbesitz-Spezial-fonds- gesellschaft ist dabei, doppelt so viel Eigenkapital für ihren ersten US-Fonds einzusammeln. Das Anlagevolumen beider Fonds verdoppelt sich, weil sie die gesetzliche Grenze von 50 Prozent Fremdkapitalanteil am Vermögen ausschöpfen werden.

Von vornherein auf die „Fondspicker“ setzte die Ende 2002 gestartete LB Immo Invest. Ihr „Baustein“- Konzept nach Nutzungsarten getrennt Investitionen in die Segmente Handel, Büro, Wohnen, Logistik und Hotel vor. Inzwischen wurden für die ersten drei Segmente Fonds gegründet. Beim Handel- Fonds lägen Investitionszusagen über 300 Mill. Euro vor, sagt Geschäftsführer Michael Vogt.

„Die Investoren glauben nicht mehr, dass alle etwas von allen Segmenten verstehen“, nennt Nack einen weiteren Grund für das Vordringen der Themenfonds. So holte sich die Meag für ihren, inklusive Fremdkapital 300 Mill. Euro schweren, Fonds Meag German Superstores die Unternehmensgruppe Hahn ins Boot. Die Gruppe entwickelt seit 1982 große Verbrauchermärkte auf der grünen Wiese mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Mrd. Euro. Darüber hinaus plant die Meag einen Skandinavien-Fonds. Weitere Themenfonds anderer Anbieter werden folgen. Allein die DB Real Estate will noch zwei in diesem Jahr auflegen.

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