Internationale Betreiber entdecken den Markt – Boomende Eigenheimpreise beflügeln das Geschäft
Seniorenimmobilien sind in Spanien rar

Lange Zeit spielten Seniorenresidenzen mit dazugehörigem Pflegeservice auf dem spanischen Immobilienmarkt kaum eine Rolle. Doch dies ändert sich. Seit einigen Monaten schon drängen immer mehr Betreiber von Seniorenresidenzen und Pflegeeinrichtungen nach Spanien. Grund genug für das britische Immobilienberatungsunternehmen King-Sturge, für dieses Geschäftsfeld eine eigene Abteilung einzurichten.

HB MADRID.Dabei gibt es in Spanien ebenso wie in Deutschland Projekte, die „nicht laufen, weil sie schlecht gemanagt werden“, warnt King-Sturge-Abteilungsleiter Martin Züchner vor zu großer Euphorie. „Die Tatsache, dass in Spanien jährlich rund 200 000 Altenheimplätze fehlen, macht den spanischen Markt aber grundsätzlich interessant.“

In Spanien leben derzeit 7,2 Millionen Menschen, die älter sind als 65 Jahre. Nach Schätzungen des spanischen Statistikamt INE sind rund eine Million von ihnen pflegebedürftig. Hinzu kommen etwa 2,5 Millionen ausländische Rentner – davon rund 600 000 aus Deutschland –, die sich im sonnigen Süden niedergelassen haben und möglicherweise Betreuung benötigen.

Kirche und Staat haben die spanischen Alten in den vergangenen Jahren eher im Stich gelassen. Ambulante Pflege gibt es so gut wie gar nicht. Dabei zerfallen wie in Deutschland in den Städten zunehmend die Familiennetze. Das ist mit ein Grund dafür, warum spanische Bauträger wie Ballesol und internationale Betreibergesellschaften wie Tertianum aus der Schweiz in diesen Markt investieren. Auch deutsche Unternehmen wie Marseille- Kliniken und Rhön-Kliniken zeigen erstes Interesse. Bisher haben in Deutschland nur kirchliche Einrichtungen wie die Evangelische Altenpflege Ludwigshafen das Segment der deutschen Rentner in Spanien bedient.

Dabei haben Seniorenresidenzen, wie sie derzeit in Spanien in der Entwicklung sind, wenig mit dem klassischen Altenheim gemein. Eher sind es gehobene Resorts, in denen auf ältere Menschen ausgerichtete Wohnungen und Villen zum Kauf angeboten werden. Dabei haben die Anbieter immer mehr die dort lebende internationale Klientel im Blick: Das Personal spricht mehrere Sprachen, Verpflegung, ambulante Pflege sowie Ärztehäuser und teilweise auch Kliniken sind im Programm inbegriffen. „Weil viele schon mit 55 Jahren in Rente gehen, gehören Golfplatz und großzügige Schwimmbadanlagen zum Standard“, sagt Züchner.

Die meisten Resorts dieser Art entstehen auf dem spanischen Festland in Murcia, Valencia oder in Andalusien.

Der Nischenmarkt für Seniorenresidenzen ist aber auch deshalb interessant, weil sich in Spanien mit Immobilien immer noch ein sehr gutes Geschäft machen lässt. So haben sich in den vergangenen vier Jahren die Quadratmeterpreise für Neubauten verdoppelt, und auch in diesem Jahr werden sie nach Schätzung des spanischen Wohnungsbauministeriums erneut um rund zehn Prozent zulegen (siehe Grafik). Besonders angesagt sind immer noch die Küstenregionen. In Marbella stiegen die Preise im vergangenen Jahr nach Angaben des Immobiliendienstleisters Jones Lang Lasalle (JLL) um stattliche 15 Prozent. Großes Potenzial haben nach Meinung der Experten vor allem die Costa de la Luz und Murcia, wo der Massentourismus bisher noch wenig ausgeprägt ist und die Quadratmeterpreise auf einem entsprechend niedrigen Niveau liegen.

Seite 1:

Seniorenimmobilien sind in Spanien rar

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%