Internationale Investoren
Neue Spieler auf dem Markt für Pflegeheime

Angesichts der demographischen Entwicklung sehen Experten bei Pflegeheimen unabhängig von der Finanzkrise einen Zukunftsmarkt. Internationale Investoren suchen deutsche Partner, doch das Angebot ist dünn.

BERLIN. Die HSH Real Estate hat ehrgeizige Pläne. Vor zwei Monaten gab das zur HSH Nordbank gehörende Unternehmen bekannt, ein Joint Venture mit der börsennotierten australischen Investmentgesellschaft Mariner Financial Limited eingegangen zu sein. Ziel der Partner ist es, Portfolios aus deutschen Pflege- und Gesundheitsimmobilien zu erwerben und zu managen. "Wir streben dabei ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 500 Mio. Euro an", sagt Marc Weinstock, Vorstandsvorsitzender der HSH Real Estate.

Die australischen Investoren sind nicht die einzigen neuen Mitspieler auf dem deutschen Pflegemarkt. Ebenfalls erst vor kurzem legte die niederländische ING Real Estate einen Fonds für Gesundheitsimmobilien auf, der in Europa - hauptsächlich in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden - 800 Mio. Euro investieren will. Hinzu kommen Investoren, die schon länger in diesem Segment tätig sind, wie zum Beispiel der von Corpus Sireo gemanagte Sireo Immobilienfonds No. 5. Der erhöhte soeben durch Zukäufe sein Portfolio von 29 auf 37 Pflegeimmobilien und verwaltet damit ein Vermögen von mehr als 350 Mio. Euro - bei einem Zielvolumen von 750 Mio. Euro.

Ist auf dem Markt der Pflegeimmobilien also nichts zu spüren von der Finanzmarktkrise? "Subprime-Krise und Credit Crunch treffen den Markt der Pflegeimmobilien weniger stark als andere Immobilienmärkte", sagt Markus Bienentreu, Geschäftsführer von Terranus Real Estate in Köln. Die Gründe dafür sieht er im relativ geringen Marktvolumen und der immer noch vergleichsweise hohen Nachfrage. In den Vordergrund rückten dabei allerdings eigenkapitalstarke Investoren.

Wobei diese ein Problem haben: "Von den Objekten, die alle am liebsten kaufen würden, gibt es immer weniger", erklärt Ilja Gop vom Berliner Beratungsunternehmen Dr. Gop & Klingsöhr. Dieses Ideal schildert Gop als Pflegeheim mit 120 Plätzen in München, das seit drei Jahren von Kursana betrieben wird und sich einer Auslastung von hundert Prozent erfreut.

Weil dieses Wunschbild so rar ist, setzen Investoren laut Gop verstärkt auf Heime, die erst in Planung oder Bau sind. In Betracht kommen jedoch nur solche, für die auch die richtigen Betreiber bereit stehen. Das sind Gop zufolge ausschließlich private. Die Landschaft der gemeinnützigen Betreiber, begründet dies der Experte, sei so kleinteilig, dass jeder nur wenige Häuser betreibe - mit der Folge, dass Banken solche Einrichtungen nicht finanzieren wollten. Auf der anderen Seite hätten viele Gemeinnützige gar kein Interesse daran, Mieter zu werden, da sie beispielsweise über die Kirche an günstige Kredite kämen und aus diesem Grund auch das Bauen gern in die eigene Hand nehmen.

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