Internationaler Hochhauspreis
Mehr als Höhe und Spektakel

"The Met" hat gewonnen. Dem Wohnhochhaus in Bangkok wurde heute in Frankfurt der Internationale Hochhauspreis verliehen.Das von Tandem Architects entworfene Gebäude setzte sich im Finale gegen vier Wettbewerber aus. Alle fünf Finalisten zeigen, worum es geht: gutes Design, Qualität und innovative Technik. Die Größe spielt dabei nicht unbedingt eine Rolle.
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FRANKFURT. Die spitze Nadel in der Wüste, das höchste Gebäude der Welt, gehörte zu den aussichtsreichsten Kandidaten für die Wahl zum besten Hochhaus der Welt. Doch nicht dem hundertmal fotografierten "Burj Khalifa" wurde der Internationale Hochhauspreis verliehen. Die Jury entschied sich für "The Met", ein 230 Meter hohes Wohnhaus in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Es setzt nach Ansicht der Juroren einen grünen Akzent inmitten des dichten Bangkoker Innenstadtviertels Sathorn. "Die Idee ist, ein Hochhaus so zu öffnen, dass es inmitten einer Megacity nahezu buchstäblich atmet", begründete Spencer de Grey, Design-Chef des Londoner Architektenbüros Foster + Parnter, die Entcheidung der Jury.

"The Met wurde speziell dem tropisches Klima des Landes angepasst. Die Architekten von Tandem Architects, selbst in der thailändischen Hauptstadt ansässig, mussten bei ihrem Entwurf Monsunwinde, extreme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit berücksichtigen. Ihr 230 Meter hohes Wohnhaus mit 370 Wohnungen auf 66 Geschossen hat nicht nur große Balkone, sondern auch quer in den Baukörper geschnittene Freiräume, so dass jede Wohnung allseitig belichtet und belüftet wird. Das ermögliche ein nachhaltiges Wohnen ohne Klimaanlage, bemerkte die Jury.

Die Fassade ist mit großen Keramikfliesen, Textilien und Holzpaneelen geschmückt, die von thailändischen Tempelfliesen und den traditionellen Wohnhäusern des Landes inspiriert sind. 2009 war das Haus fertig, jetzt muss noch das Grün an der Fassade wachsen, um den Typus des "grünen Hochhauses" zu erfüllen. Eine weitere Besonderheit des Hauses sind die großen Gemeinschaftsflächen, die in der eng besiedelten Metropole Platz für Pausen schaffen. Die Jury spricht von einem Gebäude, das "inmitten einer Megacity nahezu buchstäblich arbeitet" und "richtungsweisend bei der Suche nach innovativen lokalen Entwurfsansätzen ist".

Projektentiwckler des richtungsweisenden Wohnturms ist die thailändische Gesellschaft Pebble Bay, ein Tochterunternehmen des internationalen Hotelentwicklers und-betreibers Hotel Properties in Singapur.

Doch die Nadel in der Wüste Dubais ging nicht leer aus. Das mit seinen 828 Metern, verteilt auf 206 Geschosse, zur Zeit höchste Gebäude der Erde wurde für seine technologische Innovation geehrt. Die Jury würdigte zahlreiche Neuerungen auf dem Gebiet der Baukonstruktion und der Aufzugstechnik: "Beides wird künftig den Hochhausbau weltweit maßgeblich beeinflussen." Die Architekten Skidmore, Owings & Merrill LLP aus Chicago inspirierten sich beim Entwurf an der Geometrie der Wüstenblume und an den Strukturen islamischer Architektur. Der Y-förmige Grundriss verjüngt sich nach oben. Das Haus verliert an Masse und endet oben mit einer Nadelspitze.

Ein Fassadensystem aus Aluminium und Hochleistungsglas soll die Wüstenhitze fernhalten, die in den Sommermonaten Tagestemperaturen um die 50 Grad bringt. Der Turm sei ein Hochleistungsgebäude, meint die Jury, und eine Wegmarke der technischen Entwicklung. Der Burj Khalifa ist wie eine vertikale Stadt mit Hotel, privaten Luxusresidenzen und Büros angelegt. "Das ist ein neuer Typus des Hochhauses - eine Ikone von globaler Statur", äußerte die Jury.

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