„Investition in die Zukunft“
Park-Hotel Hagenbeck lädt zur Elefantenrunde

Nilpferde in der Lobby, Bongo-Trommeln im Bad und zum Kaffee ins Löwengehege. Genau wie Carl Hagenbeck vor 102 Jahren in Hamburg mit seinem Tierpark die Zooarchitektur revolutionierte, so hat sein Nachfahre Joachim Weinlig-Hagenbeck die Hotellerie in der Hansestadt um eine Idee bereichert. Das Lindner Park-Hotel Hagenbeck ist seit vergangener Woche geöffnet.

HAMBURG. Während Urahne Carl den Erlebniszoo erfand, indem er die Tiere aus den Käfigen herausholte, ist Tierpark-Chef Weinlig-Hagenbeck heute stolzer Besitzer des weltweit ersten Tierpark-Themenhotels. Sein Vier-Sterne-Haus steht im Stadtteil Hamburg Stellingen und in direkter Verbindung mit dem Hamburger Traditionszoo.

In der Lobby weht ein Hauch von „Jenseits von Afrika“ und der Fahrstuhl erinnert an die Kajüte eines Segelschiffs. 90 Prozent der Einrichtungsgegenstände sind handgefertigt. Auf fünf Etagen verteilen sich 158 Zimmer im asiatischen und afrikanischen Stil, sieben Suiten, fünf Tagungsräume und ein Wellnessbereich. Viel Liebe zum Detail, Dielen aus Tigereiche und Afrikaschiefer im Treppenhaus verschlangen 31 Mio. Euro.

Mutig ist dabei nicht nur die Architektur im kolonial-exotischen Stil des 19. Jahrhunderts. Wer hier unterschlüpft, kann durchaus von Tigerfauchen geweckt werden und zum Mittag durch den Flamingo- Garten schlendern. Weinlig-Hagenbeck: „Wir können hier zwar kein Musical in der Nachbarschaft bieten, dafür gehen unsere Gäste mit den Pampahasen ins Bett und stehen mit Bärengeheul auf.“

Das war auch der Grund, warum Otto Lindner, Vorstand der Lindner Hotels AG vor drei Jahren per Handschlag in das Projekt einstieg. Heute betreibt Lindner das Haus mit einem Managementvertrag. Die Nähe zu den Vierbeinern hatte es dem Hotelier angetan. „Ich kam immer zu spät zu unseren Meetings, weil ich auf dem Weg dorthin am Bärengehege gebannt stehen bleiben musste.“ Den Standort Hamburg sieht er als Wachstumsmarkt.

Zielgruppen sind sowohl Geschäftsreisende als auch Touristen. „Wir haben auch Familienzimmer mit Kinderbett und Hochzeitsuiten“, betont Hoteldirektor Fabian Engels. Der 35-jährige und sein Team haben ehrgeizige Ziele: „Wir peilen eine Auslastung von 65 Prozent in diesem Jahr an. 2010 sollen es dann 68 Prozent werden.“

Am Anfang waren die größten Hürden zu nehmen: Weil alter Baumbestand weichen musste, war hing die Baugenehmigung lange in der Schwebe. Das Geld für den Hotelneubau stammt aus dem Verkauf von Hagenbeck-Grundstücken. „Wir kommen im Gegensatz zu vielen anderen Zoos ohne staatliche Zuwendungen aus“, erklärt Weinlig-Hagenbeck. „Die täglichen Betriebskosten von 32 000 Euro für Tierpark und Tropenaquarium finanzieren wir aus Eintrittsgeldern. Das Hotel ist unsere Investition in die Zukunft.“

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