Investitionen
Der russische Immobilienboom erreicht die Provinz

Das Vertrauen in die russischen Immobilienmärkte wächst. Immer mehr Anlagekapital aus dem Ausland fließt ins Land. Zwar geht ein Großteil der Investitionen in die russische Kapitale Moskau, doch die Provinz holt allmählich auf. Vor allem Einzelhandelsobjekte stehen bei Käufern hoch im Kurs.

MOSKAU. Eine beeindruckende Steigerung: Von den insgesamt 3,5 Mrd. Euro, die nationale und internationale Investoren 2007 in russische Immobilien investiert haben, kamen magere zwei Prozent aus Deutschland. Im ersten Halbjahr 2008 waren deutsche Investoren laut internationalem Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL) schon die zweitstärkste Käufernation mit einem Anteil am Investmentkuchen von 20 Prozent. Nur die Russen selbst waren mit einem 33-Prozent-Anteil noch kauffreudiger. Auch die Finnen stockten ihren Anteil von zwei Prozent in 2007 auf zwölf Prozent im ersten Halbjahr 2008 auf.

"Das Vertrauen in die russischen Märkte wächst", sagt Vladimir Pantyushin, Leiter der Economic and Strategic Research Group, Jones Lang Lasalle Russland. Auffällig sei indes die alles überragende Rolle Moskaus. 74 Prozent des investierten Immobilienkapitals sei in die russische Kapitale geflossen, 26 Prozent verteilten sich auf die übrigen Regionen. Dabei standen Bürohäuser (Anteil 61 Prozent) in der Käufergunst weit oben, gefolgt von Handelsimmobilien mit einem Anteil 30 Prozent - Tendenz steigend.

"Die Nachfrage nach Kaufobjekten mit Handelsnutzung ist extrem hoch, vor allem in Moskau", sagt Denis Sokolov, Chef-Researcher beim Immobilienberater Cushman & Wakefield (C&W) in Moskau. Eigenen Recherchen zufolge hätten nationale und internationale Käufer 2007 und im ersten Halbjahr 2008 allein 2,9 Mrd. Dollar in den Moskauer Handelsimmobilienmarkt gepumpt. Auf Platz zwei landete - weit abgeschlagen - die Millionenstadt Nowosibirsk mit 210 Mill. Dollar. Jeweils 200 Mill. Dollar gingen in die Wolga-Städte Togliatti mit 704 000 Einwohnern und Ufa, wo 1,09 Millionen Menschen leben.

"Die Provinz holt erst allmählich auf. Für Investoren, Retailer und Developer bieten sich hier aber gute Chancen. Immerhin leben in vierzehn russischen Städten mehr als eine Million Einwohner und in gut 20 Städten mehr als 500 000 Einwohner. Die Menschen verdienen gut und geben ihr Geld gerne aus", sagt Sokolov weiter. Dabei soll der Durchschnittsverdienst offiziellen Statistiken zufolge bei gerade etwa 500 Euro im Monat liegen. In den Großstädten aber wird es längst mehr sein. Ein Großteil des Lohns fließt - anders als in westeuropäischen Staaten - direkt in den Konsum. Auch weil viele Menschen ihre Wohnung besitzen und daher keine Miete zahlen müssen. Gelegenheiten zum Einkaufen gibt es inzwischen jede Menge. Allein Moskau zählt 61 Center, in St. Petersburg sind es 34 an der Zahl.

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