Investitionen verzehnfacht
Russischer Markt setzt seinen Höhenflug fort

Russland ist im Immobilienfieber: Nach Recherchen des internationalen Immobilienberaters Jones Lang Lasalle (JLL) wurden 2006 rund 4,5 Mrd. Dollar in russische Immobilien investiert und damit das Zehnfache dessen, was fünf Jahre zuvor für Grundstücke und Gebäude ausgegeben wurde.

HB DÜSSELDORF. „Russlands Investmentmarkt hat 2006 einen Quantensprung gemacht. Nach Ansicht vieler ausländischer Investoren ist das langfristige Potenzial Russlands vergleichbar mit den meisten westeuropäischen und asiatischen Märkten“, sagt Michael Lange, Vorsitzender der Geschäftsführung Jones Lang Lasalle Russland und GUS. Er geht davon aus, dass sich der positive Trend auch in diesem Jahr fortsetzen wird. Immobilien im Wert von fünf Mrd. Dollar werden nach Prognosen seines Hauses 2007 den Besitzer wechseln. Mit einem Volumen von rund drei Mrd. Dollar könnten internationale Investoren erneut eine dominierende Rolle spielen.

Und das, obwohl gerade Akteure aus westlichen Ländern Russland immer noch mit großer Skepsis begegnen. „Die einen lassen sich von Negativschlagzeilen und Vorurteilen beeinflussen. Die anderen meinen, nach sechs Jahren müsse der Boom vor allem am Moskauer Markt ja irgendwann vorbei sein oder zumindest eine Abkühlung eintreten. Aber das wird nicht der Fall sein“, so Lange. Der anhaltende IPO-Boom im Land diversifiziere die Investmentgelegenheiten für lokale und internationale Investoren weiter. Außerdem habe 2006 gezeigt, dass die Nachfrage auch in Moskau global geworden ist. Im laufenden Jahr werde sich die Investorenbasis noch verbreitern, mit Playern aus Märkten wie den USA, Australien und Südkorea werden hinzukommen.

„Das Vertrauen in die russischen Immobilienmärkte hat zugenommen“, sagt auch Christopher Peters, Head of Research Department, bei Cushman & Wakefield Stiles & Riabokobylko. Bereits 2006 wären internationale Käufer für 60 Prozent des gesamten Anlagevolumens verantwortlich gewesen. „Es gibt mehr Top-Immobilien als noch vor wenigen Jahren. Und die Investoren schauen sich allmählich auch fernab der Region Moskau nach Investitionsmöglichkeiten um“, berichtet er weiter. Nach Beobachtung beider Marktexperten sind Büroimmobilien ebenso gefragt wie Einzelhandelsobjekte.
Folge: Die Mieten schlagen Kapriolen. Innerhalb eines Jahres verteuerten sich Büroflächen laut JLL um 110 Prozent. Im Moskauer 1A-Teilmarkt „Kremlin“ – unweit des Kreml – werden inzwischen bis zu 1 200 Dollar Miete pro Quadratmeter und Jahr verlangt, fast so viel wie in London.

Die Rendite für erstklassige Bürogebäude in Moskau ist infolge des großen Kapitaldrucks mit 9,5 Prozent bereits unter die Zehn-Prozent-Marke gerutscht. Ob diese Zahl die Risiken des Marktes angemessen widerspiegelt, wird allerdings von manchen Fachleuten bezweifelt. Etwas höhere Renditen werden noch für Einzelhandelsobjekte oder Logistikimmobilien erzielt. Einkaufszentren liegen bei etwa zehn Prozent und Lagerflächen etwa elf Prozent Rendite. Denn mit dem Wohlstand wächst die Nachfrage nach Einkaufsmöglichkeiten. Überall werden neue Shoppingcenter gebaut. Um trocknen Fußes einkaufen zu gehen, stehen Moskaus Ladenkunden 1,6 Mill. Quadratmeter Shoppingcenterflächen zur Verfügung. Bis Ende 2007 wird der Bestand laut JLL auf 2,24 Mill. Quadratmeter anwachsen.


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