Investment
Börsennotierte Immobilienunternehmen

Börsennotierten Immobilienunternehmen, einer in Deutschland bis vor kurzem seltenen Spezies, trauen Anleger ein gutes Management zu.

Mit hohen Erwartungen sind Dutzende von ihnen erst 2006 an der Börse gestartet. So wie Patrizia oder Gagfah, deren mehrere Hundert Millionen Euro schweren Börsengänge das Eis brechen sollten für noch größere wie die Deutsche Annington. Nur wenige Monate später ist Ernüchterung eingekehrt. Die Kurse der Börsenneulinge sind drastisch gefallen, weitere Börsengänge wie der von Boetzelen Real Estate wurden mangels Anlegerinteresse abgesagt. "Die Stimmung ist gedreht", beobachtet Thomas Körfgen von SEB Asset Management.

Zu Recht? Zuletzt mussten die Unternehmen wegen der steigenden Preise neuer Liegenschaften weit teurer einkaufen als in den Planungen vorgesehen. Das dürfte sich nicht so bald ändern. Die Zeit der billig eingeheimsten großen Pakete ist vorbei. Private-Equity-Gesellschaften haben sie schon 2004 und 2005 ersteigert, "jetzt kommt man nur noch vereinzelt an günstige Objekte", meint Beyerle.

Zudem finanzieren die Unternehmen ihre Immobilienkäufe auf Kredit – manche, wie Patrizia, mit bis zu 80 Prozent. Die steigenden Zinsen nagen ebenfalls an den Gewinnen. Gagfah etwa zahlte laut Geschäftsbericht 2006 mehr als 218 Millionen Euro für Zinsen; der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) betrug 337 Millionen Euro. Steigen die Zinsen weiter, was wahrscheinlich ist, drohen rote Zahlen. Peter-Thilo Hasler vom Brokerhaus Viscardi will "nicht einmal ausschließen, dass es bei einigen Kleineren, die aggressiv finanzieren, demnächst in Deutschland Pleitefälle zu beklagen gibt".

"Die steigenden Zinsen treffen nicht alle Immobilienaktien gleich; für einige sind sie dramatisch, für andere sind sie fast egal", sagt Körfgen. Dennoch sind auch Aktien von Immobilienunternehmen mit hoher Eigenkapitalquote mitabgestraft worden. Immofinanz zum Beispiel, Vivacon oder Mobimo, die eine Eigenkapitalquote von 55 Prozent oder mehr aufweisen und kaum noch den Gegenwert ihrer Immobilien im Portfolio kosten.

Noch besser sind die Aussichten in Asien.

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