Investoren steigen ein
Stabile Verhältnisse locken nach Prag

Die tschechische Hauptstadt Prag hat als Ziel für Immobilien-Schnäppchenjäger ausgedient. Die Renditen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gefallen.

HB PRAG. Zur Jahrtausend-Wende hätten die Mietrenditen auf dem Büroimmobilien-Sektor noch zehn Prozent betragen, berichtete Bernhard Mayer, Geschäftsführer der Europolis Real Estate, kürzlich in Prag. Heute betrügen sie nur noch sechs Prozent, sagte der Chef der auf Investitionen in Mittel- und Osteuropa spezialisierten Gesellschaft aus Wien. Damit bewegt sich der Büromarkt Prag auf dem Renditeniveau westeuropäischer Metropolen.

Ein verlässliches Rechtssystem, stabile politische Verhältnisse, die durch die gegenwärtigen Probleme bei der Regierungsbildung nicht in Frage gestellt sind, und nicht zuletzt eine kräftig wachsende Wirtschaft sorgen dafür, dass Tschechien zunehmend ins Visier risikoscheuer Investoren, etwa deutscher offener und geschlossener Immobilienfonds, gerät.

Zu den Käufern aus der Geschlossene-Fonds-Szene gehört beispielsweise die Münchner Sachsen-LB-Tochter Sachsen-Fonds, deren Kunden gegenwärtig 70 000 Quadratmeter (qm) Bürofläche in Prag vermieten. Ihr Düsseldorfer Konkurrent Signa Property Group hat gerade für Dezember die Emission eines Tschechien-Fonds im Volumen von 235 Mill. Euro angekündigt. Die Anleger sollen sich am Prager Büroensemble "The Park" beteiligen. Der Komplex verfügt über eine Mietfläche von 190 000 qm. Unter den offenen Fonds ist beispielsweise die Difa Deutsche Immobilien Fonds AG mit fünf Objekten in Tschechien vertreten, darunter das im Bau befindliche "Trianon"-Bürogebäude, das im zweiten Quartal 2008 fertiggestellt sein soll.

Die Wertschätzung deutscher Investoren für Tschechien wird erwidert. Ressentiments gegen deutsche Grundstückskäufer gebe es nicht, versichert Jaroslaw Mil, Präsident des tschechischen Industrieverbandes. Deutschland besitze in Tschechien einen ausgezeichneten Ruf.

Was deutschen Investoren aber das Problem, das alle anderen auch haben, nicht nimmt: "Das Angebot vor allem für institutionelle Anleger ist unzureichend", stellt die Immobilienberatungsfirma Aenegevelt fest und sieht darin die Hauptursache für den Renditeverfall am tschechischen Gewerbeimmobilienmarkt.

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