Irland
Immobilien zum halben Preis

Beinahe vier Jahre ist es her, dass die weltweite Finanzkrise mit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers ihren Höhepunkt fand. Besonders hart getroffen hat es die Iren. Der Immobilienmarkt liegt noch immer danieder.
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DublinEine bis zum Bersten pralle Immobilienblase und ihr Platzen haben die Krise von den USA auch nach Irland gebracht. Zwischen Januar 2005 und Sommer 2007 stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Irland landesweit auf 130 Prozent des Ausgangsniveaus vom Januar 2005 - in der Hauptstadt Dublin sogar noch etwas mehr.
Von da an ging es nur noch bergab. Wohnhäuser in Irland sind derzeit im Vergleich zu 2007 nur noch etwa die Hälfte wert. In Dublin fielen die Preise im Vergleich zum Hoch im September 2007 bis zum Juli 2012 um mehr als 57 Prozent, bei Wohnungen sogar um 63 Prozent. Landesweit brachen die Preise ebenfalls um knapp die Hälfte ein.

Das Platzen der Blase war so fatal, weil die Preisentwicklung nach oben fast ausschließlich durch billige Kredite der Banken getrieben war. Als die Preise fielen, waren die Häuser weniger wert, ihre Besitzer standen aber bei den Banken mit dem vollen Betrag in der Kreide.
Die Kreditschulden der privaten Haushalte für Immobilien betrugen in Irland im Herbst 2007 mehr als 120 Milliarden Euro. Inzwischen haben die Banken ihre Außenstände um 40 Milliarden auf 80 Milliarden Euro zurückgeführt - dies ist aber immer noch doppelt so viel wie im Jahr 2003.

Die Bankbilanzen belasten den irischen Staatshaushalt schwer. Mittlerweile scheinen die Reformen der Regierung aber zu tragen. So hat Irland die Zwischenziele seines milliardenschweren IWF-Hilfsprogramms erfüllt und erhält vom Fonds eine weitere Tranche. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte am Mittwoch in seiner Erklärung jedoch, dass die wirtschaftliche Erholung schleppend verlaufe. Es war die siebte Prüfung durch den IWF. Der Fonds hat Irland ein Hilfsprogramm im Umfang von 30 Milliarden Dollar bewilligt, von dem nun weitere 1,15 Milliarden ausgezahlt werden. Damit hat die Regierung in Dublin bislang 24 Milliarden Dollar erhalten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Irland: Immobilien zum halben Preis"

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  • Ich bin es leid zu lesen wie sich das Handelsblatt immer wieder von der Politik instrumentalisieren lässt.

    Soll hier etwa der deutsche Steuerzahler einfach ruhig gestellt werden ohne echte Analyse?

    Irland hat im Jahr 2012 immer noch ein Haushaltsdefizit von fast 18 Milliarden Euro. Und das bei Einnahmen von gerade mal knappen 40 Milliarden Euro. Das Land ist nicht nur Pleite es gibt auch immer noch wesentlich mehr Geld aus als es einnimmt.

    Die Immobilienpreise in Dublin (macht mehr als 50% des irischen Marktes aus) liegen immer noch in unerschwinglichen Höhen dank staatlicher Manipulation und NAMA Interventionen.

    Ich empfehle von weiteren 50% Verlust auf die derzeitigen Preise auszugehen bis 2015.


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