Italien
Piemont statt Toskana

Wer in Italien auch nur ein bessere Scheune kauft, kommt schon lange nicht mehr billig davon.

Die Preise, die vor 20 Jahren auf einem Niveau lagen, das man heute in Bulgarien oder der Türkei findet (siehe „Gefragt ist warm und billig“), sind rasant gestiegen. In gefragten Lagen wie der Toskana, den oberitalienischen Seen oder Ligurien kosten Villen oft mehr als eine Million Euro. Für 200 000 Euro gibt’s gerade mal ein kleines Apartment, ein renovierungsbedürftiges Rustico oder ein Dorfhaus.

Gute Chancen auf Schnäppchen haben dagegen Käufer, die den Schritt in den Süden wagen, nach Apulien beispielsweise, der Hacke des Stiefels. Wie in zahlreichen anderen Regionen sind dort die Briten stark vertreten. Viele von ihnen haben alte Landgüter oder regionaltypische "Trulli" (kleine Gehöfte mit Kegeldächern) gekauft – oft zu sehr niedrigen Preisen.

Italien-Fans, die den Süden wegen der heißen Sommer und der großen Entfernung zur Heimat scheuen, finden auch im Norden hier und da günstigere Kaufgelegenheiten. Besonders lohnt der Blick ins Piemont, im Nordwesten Italiens. Die Region wird als die neue Toskana gehandelt und bietet neben bezahlbaren Immobilien hohe Lebensqualität. Ähnliches gilt für Venetien im Nordosten, und dort besonders für die Provinz Treviso mit ihren unzähligen Weinbergen. Allerdings kosten Immobilien – zu denen meist ein eigener Weinberg gehört – bereits deutlich mehr als im Piemont.

Wichtig: Italien ist ein Land für Individualisten, deutsche Gemeinschaften wie in Frankreich und Spanien sind selten. Wichtig für Eigenbrötler: Die einsame Lage fernab jeder Ortschaft, die sie anfangs noch als wunderbaren Kontrast zum hektischen Alltag empfinden, kann schnell zur schweren Last werden.

Seit der Ära Berlusconi sind Zuwanderer im Vorteil, bei denen ein hoher Teil des Einkommens aus Zinsen und Dividenden besteht. Die meisten Kapitaleinkünfte werden pauschal mit 12,5 Prozent besteuert, für einige Zinseinkünfte gilt ausnahmsweise ein 27-prozentiger Satz (siehe Tabelle „Steuern im Ausland“). Die Regierung Prodi diskutiert derzeit über einen Einheitssatz von 20 Prozent – womit Neu-Italiener immer noch günstiger wegkämen als in Deutschland, selbst nach Einführung der Abgeltungsteuer. Der 43-prozentige Spitzensteuersatz greift in Italien erst bei einem jährlichen Einkommen von 75 000 Euro.

Allerdings müssen Auswanderer beobachten, wie sich die aktuellen Steuerpläne von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) auswirken. Er lässt 143 Doppelbesteuerungsabkommen überprüfen, die Deutschland mit anderen Staaten geschlossen hat. Staatssekretär Axel Nawrath soll alle Verträge neu verhandeln, die Deutschland steuerliche Nachteile bringen.

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