Italienische Megamärkte locken
Investoren reißen sich um Einkaufszentren

Wer einen Einkaufsbummel durch ein italienisches Einkaufszentrum macht, hat unter Umständen vor, einfach die ganze Immobilie zu kaufen: Investoren haben die Zentren als neues Objekt der Begierde für sich entdeckt. Auch im Ausland regt sich vermehrt Interesse.

MAILAND. In Italien ist das Interesse an Shoppingcentern groß – bei den Kunden wie bei den Investoren. Unter den Käufern befinden sich immer öfter ausländische Fonds. Vor allem im Süden des Landes sehen die Investoren noch Potenzial.

Italien steht nach einer Studie des Immobilieninstituts Scenari Immobiliari (SI) in Europa bei den grenzüberschreitenden Investitionen in Einkaufszentren mit 4,3 Mrd. Euro zwischen 1999 und 2005 nach Großbritannien und Spanien an dritter Stelle. Zum Vergleich: Deutschland schafft es nur auf den fünften Platz mit knapp 2,3 Mrd. Euro. „Das Interesse der Ausländer hat in den vergangenen Jahren auch deshalb deutlich zugenommen, weil die Branche transparenter geworden ist“, stellt Clara Garibello fest, die die jüngste Studie durchgeführt hat.

Ein weiterer Grund sind die vergleichsweise hohen Renditen, die sich die Investoren aus den italienischen Einkaufsparadiesen versprechen. Gelten in Deutschland vier bis fünf Prozent als normal, liegt die Verzinsung der Investitionen in italienische Shoppingcenter mit bis zu 6,5 Prozent deutlich höher.

Dass das Einkaufen in Zentren außerhalb der Städte bei Italienern besser ankommt als bei vielen Deutschen liegt nach Ansicht von Experten an kulturellen Unterschieden, aber auch an den verschiedenen Konzepten in den beiden Ländern. „Das italienische Einkaufszentrum spiegelt das französische Modell wider mit einem Hypermarkt, der als Lokomotive funktioniert“, sagt Dario Tresoldi, der bei Italiens zweitgrößtem Immobilienunternehmen Beni Stabili als Vorstand für das Tagesgeschäft auch für Einkaufszentren zuständig ist. Beni Stabili will über das Joint Venture RGD mit der Immobiliengruppe IGD in den kommenden drei Jahren bis zu 500 Mill. Euro in Einkaufszentren investieren.

Ein Riesensupermarkt mit Parkplatz, um den herum sich andere Läden, Restaurants und Kinos ansiedeln – das ist die italienische Formel der Einkaufszentren. „Der Hypermarkt ist in der Lage, viele Ressourcen in Werbung zu investieren, um Leute anzuziehen, was die kleinen Läden nicht schaffen würden“, erklärt Tresoldi die Vorteile des Modells. Die Kunden kommen, um ihre Lebensmittel einzukaufen, hängen aber gleich noch einen Bummel durch die anderen Läden dran. In Deutschland haben sich die Hypermärkte vor allem wegen der harten Konkurrenz der Discounter nicht durchgesetzt und sind daher auch nur selten Teil großer Einkaufszentren. Und die Einkaufsgalerien in den Innenstädten haben meist Textil- oder Elektrofilialisten als Ankermieter.

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