Italienische Reits
Eine große Leidenschaft

Vier von fünf Menschen leben in Italien in den eigenen vier Wänden – die Immobilie ist aus Sicht der Südeuropäer die sicherste Investition. Ab Juli sollen nun auch in Italien Real Estate Investment Trusts (Reits) gehandelt werden. Von dem neuen Finanzinstrument profitieren Immobiliengesellschaften, Versicherer und auch Anleger.

MAILAND. „L’Italiano ama il mattone“ – der Italiener liebt den Mauerstein. Daran hat Armando Borghi, der an der Mailänder Bocconi-Universität Unternehmens- und Immobilienfinanzierung lehrt, keinen Zweifel. Gemeint ist damit das innige Verhältnis der Italiener zur Immobilie. Vier von fünf Menschen leben in Italien in den eigenen vier Wänden – die Immobilie ist aus Sicht der Südeuropäer immer noch die sicherste Investition.

Armando Borghi, der an der Mailänder Bocconi-Universität Unternehmens- und Immobilienfinanzierung lehrt, ist davon überzeugt, dass die italienische Version der amerikanischen Real Estate Investment Trusts (Reits) ein Erfolg werden. In Italien sollen diese börsennotierten Immobiliengesellschaften ab Juli gehandelt werden. Allerdings fehlt bisher noch das letzte Okay des Gesetzgebers für die so genannten SIIQ (Società per gli investimenti immobiliari quotate).

Von dem neuen Finanzinstrument profitieren italienische Immobiliengesellschaften, Versicherer und auch Anleger. Außerdem rechnen Beobachter dank der Einführung der SIIQ mit mehr Transparenz auf dem italienischen Immobilienmarkt.

Nach den bisherigen Plänen hat eine SIIQ-Gesellschaft folgende Kriterien zu erfüllen: Die Vermietung und Verpachtung von Immobilien muss den Großteil der Geschäftstätigkeit ausmachen. Das heißt, dass mindestens 80 Prozent des Anlagevermögens aus diesem Bereich stammen und dass auch mindestens 80 Prozent der Gewinne aus der Vermietung und Verpachtung kommen. Außerdem darf kein Gesellschafter mehr als 51 Prozent der Stimmrechte haben und auch nicht mit mehr als 51 Prozent an den Gewinnen beteiligt werden. 35 Prozent der Anteile sollen zudem von Gesellschaftern gehalten werden, die jeweils über nicht mehr als ein Prozent der Stimmrechte verfügen. Mindestens 85 Prozent der Gewinne müssen an die Gesellschafter ausgeschüttet werden.

Wie in anderen Ländern sind auch in Italien steuerliche Vorteile für die Gesellschafter vorgesehen. Unter anderem sind die Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung der SIIQ von der Körperschaftssteuer (IHRES) und der Wertschöpfungssteuer (IRAP) befreit.

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