IVD-Mietpreisspiegel
Ein kleiner Lichtblick für die Mieter

  • 1

Keine Reaktion in Frankfurt

Ob mittlerer, guter Wohnwert oder Neubau – nur in zwei der sechs Größenklassen der Städte, nämlich denen mit 50.000 bis 100.000 (mittelgroße Städte) sowie 100.000 bis 250.000 (kleine Großstädte) gab es Ausreißer, in denen die Mieten stärker stiegen als im Vorjahr. Mehr als vier Prozent Mietsteigerung gab es – anders als im Vorjahr – nur bei den Neubaumieten in den mittelgroßen Städten.

Die Vermietung von Neubauten fällt nicht unter die Mietpreisbremse, über deren Fortsetzung die mögliche Jamaika-Regierungskoalition zurzeit in ihren Sondierungsgesprächen streitet. Das Gesetz untersagt es Vermietern, bei Wiedervermietung den Preis um mehr als zehn Prozent über die ortsübliche Vergleichsmiete anzuheben. Der IVD setzt sich für die Abschaffung der Mietpreisbremse ein und liegt damit auf einer Welle mit der FDP. Die Grünen sind für eine Verschärfung, die CDU will sie auf jeden Fall auf den Prüfstand stellen. Experten zweifeln daran, dass die im Juni 2015 eingeführte und zuerst in Berlin umgesetzte Maßnahme nennenswert den Mietanstieg gedämpft hat.

Für IVD-Präsident Schick ist die Entwicklung in Berlin besonders bemerkenswert: „Obwohl in Berlin eine strenge Regulierungspolitik auf dem Mietmarkt durchgesetzt wird, steigen die Mieten dort so stark wie in keiner anderen der Top-Sieben-Städte.“ In der Hauptstadt wurden bei Wiedervermietungen in diesem Jahr im Schnitt sechs Prozent mehr Miete verlangt, die durchschnittliche Monatsmiete pro Quadratmeter pendelte sich bei 8,75 Euro ein. Die Mieten in Berlin sind damit allerdings weit entfernt vom Münchener Mietniveau. Dort werden nach einer Erhöhung um 1,5 Prozent nun 13,10 Euro verlangt.

Auffällig ist, dass die von Banken in London angekündigten Verlagerungen von Mitarbeitern nach Frankfurt bisher spurlos am Mietmarkt von „Mainhattan“ vorbeigegangen sind. Inzwischen haben bereits mehrere Großbanken Büros in Frankfurt gemietet. Das Mietpreiswachstum sowohl bei Wiedervermietungen wie auch bei Neubauten beträgt null. Die Durchschnittsmieten betragen zehn beziehungsweise zwölf Euro. „Die Bedeutung des Brexit für Frankfurt wird überschätzt“, meint Schick. Deshalb erwartet er dort auch in diesem Jahr keinen Mietpreisschub.

In der Erhebung des Maklerverbandes ist die Entwicklung der Mieten in bestehenden Mietverhältnissen nicht erfasst. Als Indikator über deren Entwicklung dienen die jüngsten Veröffentlichungen der börsennotierten Großvermieter. Vonovia, mit rund 350.000 Wohnungen mit Abstand der größte, meldete über das gesamte Portfolio hinweg zum 30. September für die zurückliegenden zwölf Monate ein Mietwachstum von 3,9 Prozent. 2,2 Prozentpunkte der Steigerungsrate resultieren allerdings aus Mieterhöhungen aufgrund von Wohnungsmodernisierungen. Vermieter dürfen pro Jahr elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Miete umlegen.

LEG Immobilien, drittgrößter börsennotierter Vermieter, meldet für den gleichen Zeitraum ein Mietplus von 3,3 Prozent. Ohne die Sozialwohnungen gerechnet, deren Mieten nur begrenzt erhöht werden können, kletterten die Mieten in den LEG-Wohnungen um vier Prozent. Auch die LEG investiert erhebliche Summen, um ihre Wohnungen modernisieren und höhere Mieten verlangen zu können.

Seite 1:

Ein kleiner Lichtblick für die Mieter

Seite 2:

Keine Reaktion in Frankfurt

Kommentare zu " IVD-Mietpreisspiegel: Ein kleiner Lichtblick für die Mieter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%