IVG-Nachfolgerin

Blackstone macht das Rennen um Office First

Eigentlich strebte die Nachfolgerin des insolventen Immobilienkonzerns IVG an die Börse. Doch die Pläne gingen nicht auf. Jetzt haben die Eigentümer das Unternehmen doch verkauft – doch ihnen drohen Verluste.
Am Bau des riesigen Gebäudekomplexes am Frankfurter Flughafen hatte sich die IVG so verhoben, dass sie vor drei Jahren in die Insolvenz ging
Büro- und Hotelkomplex „The Squaire“

Am Bau des riesigen Gebäudekomplexes am Frankfurter Flughafen hatte sich die IVG so verhoben, dass sie vor drei Jahren in die Insolvenz ging

FrankfurtDer Traum von der Börse ist vorerst ausgeträumt: Der Bonner Immobilienkonzern Office First wird nun doch an den US-Finanzinvestor Blackstone verkauft. Der Office First-Eigentümer und Blackstone nannten am Dienstag keinen Preis für das 1,4 Millionen Quadratmeter große Portfolio. Finanzkreisen zufolge zahlt Blackstone rund 3,3 Milliarden Euro inklusive der 1,9 Milliarden Euro Verbindlichkeiten, die auf den Immobilien lasten.

Die IVG war vor drei Jahren wegen ihrer hohen Schulden in die Insolvenz gerutscht. Sie hatte sich unter anderem am Bau des riesigen Gebäudekomplexes „Squaire“ am Frankfurter Flughafen verhoben.

In der Krise stiegen Hedgefonds ein, die das Unternehmen sanierten. Das ehemalige Kerngeschäft, die Verwaltung von knapp 100 Büroimmobilien im eigenen Bestand, wurde in der Office First gebündelt. Mit dem Verkauf gelingt den Hedgefonds nun der erste wichtige Meilenstein, während das Geschäft mit Immobilienfonds und die Öl- und Gasspeicher (Kavernen) an der Nordsee vorerst noch bei der IVG Holding bleiben.

In diesen Städten sind die Büros am teuersten
Platz 20: Rio de Janeiro (Brasilien)
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Die Studie des Immobiliendienstleisters Savills untersucht, wie viel die Unterbringung eines Mitarbeiters in einer Stadt pro Jahr kostet.

Mit Pleiten, Pech und Pannen machte die Olympia-Stadt Rio de Janeiro in diesem Sommer von sich reden. Trotzdem geben Firmen vergleichsweise viel Geld aus, um ihre Mitarbeiter in der brasilianischen Metropole unterzubringen. Laut einer Studie zahlen Unternehmen dafür pro Mitarbeiter 19.188,89 US-Dollar im Jahr. Und die Stadt ist auf dem Vormarsch: Ende 2015 war die Metropole noch 14 Prozent günstiger.

Platz 19: Johannesburg
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Johannesburg in Südafrika gilt als Stadt der Gegensätze: Während ein Großteil der Bevölkerung in Armenvierteln leben, wie sie hier im vorderen Teil des Bildes zu sehen sind, leisten sich Konzerne für ihre Mitarbeiter im Juli 2016 Unterbringungskosten von 20.905,43 Dollar pro Kopf und Jahr – rund ein Prozent weniger als noch vor einem halben Jahr.

Platz 18: Mumbai (Indien)
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Das gleiche gilt für Mumbai. Insgesamt 28.592,46 Dollar stecken Unternehmen in die Unterbringung ihrer Mitarbeiter. Darin sind Mietkosten fürs Büro enthalten, aber auch Zuschüsse oder andere Zugeständnisse an Mitarbeiter enthalten, die an diesen Standorten angesiedelt werden.

Platz 17: Berlin (Deutschland)
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Berlin ist ein Touristenmagnet, doch im Vergleich mit Metropolen wie New York oder Hong Kong können Konzerne ihre Angestellten hier eher günstig unterbringen. 29.933,07 Dollar geben Unternehmen hier für die Unterbringung ihrer Mitarbeiter pro Kopf und Jahr aus. Allerdings steigen die Kosten deutlich. Gegenüber Dezember legten die Preise sieben Prozent zu.

Platz 16: Schanghai (China)
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Als bedeutende Industriestadt beherbergt Schanghai viele Menschen aus aller Welt, die vor allem für eines hier sind: Arbeit. Ihre Arbeitgeber bezahlen pro Jahr und Mitarbeiter im Schnitt 42.577,81 Dollar, rund drei Prozent weniger als im Dezember.

Platz 15: Moskau (Russland)
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Noch ein bisschen mehr lassen sich Unternehmen die Mitarbeiterbringung in der russischen Hauptstadt kosten – nämlich durchschnittlich 43.966,29 Dollar pro Jahr und Mitarbeiter. Im Vergleich zum Dezember sind die Kosten damit um rund neun Prozent gesunken.

Platz 14: Dublin (Irland)
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Als europäisches Zentrum für Pharma- und IT-Konzerne zieht die irische Hauptstadt Dublin viele ausländische Arbeitskräfte zu sich. Das kostet – und zwar rund 45.147,20 Dollar pro Jahr für jeden Mitarbeiter. Dabei haben die Preise seit Dezember kräftig angezogen – nämlich um sieben Prozent.

Wie sich Office First am besten versilbern lässt, darüber waren die Hedgefonds heillos zerstritten. Blackstone hatte nach Reuters-Informationen bereits im August 3,3 Milliarden Euro geboten, war damit aber abgeblitzt, wie Insider berichteten. Denn die Eigentümer hofften, über die Börse mehr herausholen zu können. Doch Anfang Oktober fanden sich zum Preis von 21 bis 23 Euro nicht genügend Käufer für Office First-Aktien im Volumen von bis zu 888 Millionen. Es wäre die zweitgrößte Neuemission in Deutschland in diesem Jahr gewesen.

„Man wollte den Deal unbedingt“

„Blackstone hat danach noch einmal angeklopft, man wollte den Deal unbedingt und hat ihn in den vergangenen eineinhalb Wochen eingetütet“, sagte ein Insider. Die Kaufofferte, die in der Mitte der ursprünglich angepeilten Preisspanne lag, besserte der Finanzinvestor jedoch nicht nach. Blackstone setzte vielmehr auf die Einsicht der Hedgefonds, dass ein Börsengang auch im nächsten Frühjahr nicht mehr Geld bringen würde.

Einigen der 30 Hedgefonds, die wie Anchorage zu hohen Preisen bei der IVG eingestiegen waren, drohen nun herbe Verluste aus ihrem Engagement. Der IVG selbst spült der Verkauf aber Liquidität in die Kassen, die sie für die Sanierung der Kavernen gut brauchen kann. Die Transaktion soll im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Was Blackstone mit Office First vorhat, ist momentan unklar. In Medienberichten war darüber spekuliert worden, der Käufer wolle das Immobilienportfolio aufteilen und einzeln abverkaufen. Beim ehemaligen Krisenobjekt „Squaire“ waren solche Pläne aber schon mehrfach gescheitert. Blackstone-Manager Anthony Myers betonte lediglich: „Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Office First an der weiteren Wertsteigerung ihres Gesamtportfolios zu arbeiten.“

Mit dem Kauf expandiert Blackstone im deutschen Markt gewaltig: Bislang verwaltet der Investor hierzulande 400.000 Quadratmeter Bürofläche, überwiegend in den Metropolen.

 

  • rtr
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