IW-Studie: Mietpreisbremse wirkt stärker als gedacht

IW-Studie
Mietpreisbremse wirkt stärker als gedacht

Bald kommt die Mietpreisbremse. Aber was bringt sie? Eine aktuelle Studie hat mögliche Auswirkungen untersucht. Ergebnis: Die Deckelung der Mieten könnte stärker wirken als gedacht. Das zeigt sich in Berlin und Köln.
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KölnSie ist eines der wichtigsten Reformprojekte der Bundesregierung – und zugleich eines der umstrittensten: die Mietpreisbremse. Das geplante Gesetz soll den Anstieg der Mieten in angespannten Wohnungsmärkten deckeln. Noch handelt es sich nur um einen Entwurf, doch schon jetzt hagelt es Kritik. Die Immobilienlobby hält die geplante Mietpreisbremse für maßlos, den Mieterverbänden geht sie nicht weit genug.

Dabei sind wichtige Fragen noch offen: Welche Auswirkungen hätte die Mietpreisbremse tatsächlich? Wer wäre überhaupt davon betroffen?

Die Forscher vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) haben dies für Berlin und Köln untersucht. Sie haben knapp 80.000 Wohnungsangebote auf der Internetplattform Immobilienscout24 ausgewertet. Ziel war es, zu ermitteln, wie viele Vermietungen betroffen wären, wenn die Preisbremse bereits im ersten Halbjahr 2014 gegolten hätte.

Das Ergebnis der Studie: Die Mietpreisbremse wirkt stärker als erwartet. Sie betrifft „nicht nur einige wenige Mietwohnungen“, sondern „wird eine Flächenwirkung entfalten“, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie. In Berlin würden 60 Prozent der inserierten Wohnungen unter die Regelung fallen, in Köln wären es 43 Prozent.

Die Bundesregierung will die Mietpreisbremse im ersten Halbjahr 2015 einführen. Dadurch sollen Mieten auch für Normalverdiener bezahlbar bleiben. In angespannten Wohnungsmärkten dürfen die Mieten demnach höchstens zehn Prozent über dem ortsüblichen Mietspiegel liegen. Das gilt bei der Wiedervermietung einer Wohnung. Bei Neubauten und nach umfangreichen Modernisierungen soll es keine Beschränkungen geben.

Justizminister Heiko Maas (SPD) hat die Mietpreisbremse maßgeblich vorangetrieben. Die Opposition kritisierte sein Lieblingsprojekt bei der ersten Lesung im Bundestag als weitgehend wirkungslos. So schimpfte etwa Renate Künast von den Grünen: „Jedes Auto, das solche Bremsen hätte, würde beim Tüv durchfallen.“ Und die stellvertretende Fraktionschefin der Linken, Caren Lay, sagte: „Diese Mietpreisbremse verdient ihren Namen nicht.“

Glaubt man den Zahlen des IW, wäre die Mietpreisbremse zumindest in manchen Gegenden alles andere als wirkungslos: In Berlin würde sie in den begehrten, zentralen Lagen greifen, in Köln dagegen eher in den einfachen Lagen.

Kommentare zu " IW-Studie: Mietpreisbremse wirkt stärker als gedacht"

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  • Lieber Sergio,
    nehmen Sie die Sache selbst in die Hand und kaufen Sie eine Wohnung. Besser noch, Sie bauen selbst ein Haus, damit Sie wissen, wovon Sie reden.

    Empfehle den Leitartikel in der Welt" von heute: "Wie die große Koalition die Freiheit wegreguliert"

    Sozialismus für alle, ist das die Lösung?

  • Leistung aus Leidenschaft: deutsche Vermieter!

    Heruntergekommene notfalls mit Styropor ("Wärme- und Schimmelplizabdichtung") abgedichtete Dreckslöcher, denen eine anständige Sanierung zugute kommen sollte.

    Bei Mieterhöhungen (5.000 Euro Investitionskosten, die mit 50.000 Euro investitionskosten bei der EU geltend gemacht werden zur Mietpreiserhöhung), die der Steuerzahler letztenendes zu tragen hat.

    Da noch zu klagen über Mitpreisbremsen: wohlan, das zeugt von Sportsgeist.

  • Könnte der Rückgang nicht auch an den überhöten Mieten in Berlin liegen? Wozu eine Bremse, wenn es sich sowieso keiner mehr leisten kann?

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