Japans Immobilienmarkt in der Krise
Tokios Fassaden verlieren den Glanz

Die Aussichten auf dem japanischen Immobilienmarkt sind ziemlich trübe. Auch die Preise in der Hauptstadt Tokio sind abgestürzt. Immobilientrusts werteten ihre Bestände ab. Droht jetzt ein katastrophaler Einbruch wie in den USA?

TOKIO. Japans Immobilienmarkt steht vor einem lang anhaltenden Abschwung. Ein katastrophaler Einbruch wie auf dem zuvor überhitzten US-Markt wird allerdings nicht erwartet. "Alle Indikatoren zeigen nach unten", sagt Analyst Koichiro Obu von der Deutschen Securities in Tokio. Der Markt sei nicht immun gegen die internationalen Trends, doch es gebe auch langfristige Investoren, die Tokio einer Geldanlage an anderen Standorten vorzögen - was wiederum stabilisierend wirke.

Seit 2008 sind jedoch bereits 25 japanische Immobilienfirmen zahlungsunfähig geworden, darunter der Real Estate Investment Trust (Reit) New City mit einer runden Mrd. Euro Schulden. Der US-Finanzinvestor Lone Star fängt den ersten gescheiterten Reit Japans nun auf. Grund für die Insolvenzen ist einerseits der Abzug von Kapital aus dem Ausland nach Beginn der Wirtschaftskrise, andererseits der beginnende Wertverlust der Investments im Inland. Dazu kommt, dass auch der Ausblick nicht gut ausfällt. Die Kaufpreise für Wohnungen und Gewerbeimmobilien werden nach Obus Einschätzung frühestens im kommenden Jahr ihren Boden finden, die Mieten noch bis 2011 nachgeben.

Der Anteil unvermieteter Büros hat sich zudem in den vergangenen zwei Jahren auf sechs Prozent verdoppelt. "Die Leerstandsquote dürfte jedoch in diesem und dem kommenden Jahr erst so richtig stark ansteigen", sagt Obu. Denn die Arbeitslosigkeit wird zunehmen. "Wir erwarten für die kommenden Monate mehr Entlassungen. Die Unternehmen werden ungenutzte Fläche an die Vermieter zurückgeben wollen", schreiben Analysten der Investmentbank Goldman Sachs in Tokio. Der nächste Schritt werde die Verlagerung von Büros in preiswertere Lagen außerhalb der Zentren sein. Dies geschieht beispielsweise gerade in Paris.

Der Transaktionsmarkt hat in Japan wie auch in anderen Ländern reagiert. Das Volumen der Besitzwechsel sackte bereits im vergangen Jahr um 46 Prozent auf 20 Mrd. Euro. Die Verkaufspreise sinken jedoch langsam, was daran liegt, dass der japanische Immobilienmarkt zuvor auch keine Boomphase wie etwa der amerikanische erlebte.

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