Joint-Venture-Partner geht in die Knie
ECE entlässt Mitarbeiter in Moskau und Kiew

Der deutsche Shoppingcenter-Entwickler ECE verringert seine Osteuropa-Belegschaft drastisch. Dies bestätigte das Unternehmen auf Anfrage. Ausschlaggebend für den umfangreichen Stellenabbau ist die Schieflage eins US-amerikanischen Joint-Venture-Partners.

CANNES. Nach Aussage eines Sprechers wurden die Mannschaften in Russland und der Ukraine erheblich verkleinert. Vorwiegend in Moskau und Kiew sei „einer zweistelligen Zahl von Mitarbeitern“ gekündigt worden. In der Ukraine sei das gesamte Team betroffen. „Ob die ukrainische Gesellschaft komplett aufgegeben wird, ist noch nicht entschieden“, hieß es gegenüber dem Handelsblatt.

Den Ausschlag für die drastischen Einschnitte habe nach Aussage des ECE-Sprechers die Schieflage des US-amerikanischen Joint-Venture-Partners gegeben. Die börsennotierte Development Diversified Realty (DDR) sei aufgrund der Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten und ziehe sich nun aus Russland und der Ukraine zurück. Zwar führe ECE weiterhin Gespräche mit dem Partner DDR, der bisher als Entwickler, Manager und Bestandshalter von Shoppingcentern in Ost- und Zentraleuropa aktiv war, sei aber auch mit anderen möglichen Investoren in Kontakt.

Dies könnte das vorläufige Ende einer verheißungsvollen Ehe sein. Ursprünglich hatten ECE und DDR vor, in den kommenden fünf bis zehn Jahren in Russland und der Ukraine gut eine Mrd. Dollar in den Bau neuer Einzelhandelsimmobilien zu investieren. 75 Prozent der Summe wollte DDR übernehmen. Damit fehlen nun auch der Hamburger ECE die nötigen Finanzmittel, um ihre begonnen Projekte in Russland zu Ende zu bringen. Das gilt unter anderem für die geplanten oder schon in Bau befindlichen Einkaufsoasen in Yaroslawl, Rostov am Don und Toljatti.

Während ECE in Rostov bisher nur ein Grundstück in Aussicht hatte, blickt man in Yaroslawl längst in eine riesige Baugrube. Der Spatenstich fuer die „Golden Ring Gallery Jaroslawl“, ein Center mit mehr als 200 Geschäften, fand im Mai dieses Jahres statt. 200 Mio. Euro wollten ECE und DDR hier investieren, in Toljatti sollten es 100 Mio. Euro sein. „Yaroslawl und Toljatti werden verschoben. Wie lange, das kann heute niemand sagen. Sicher ist aber, dass wir irgendwann bauen werden, die Projekte sind baureif“, unterstreicht der ECE-Sprecher. Auch an Rostov halte man fest, denn „wir glauben sehr an Russland“. Auf das deutsche Geschäft wirke sich das aktuelle Problem in Russland und der Ukraine allerdings nicht aus.

Der russische Immobilienmarkt – und mit ihm die Bau- und Entwicklerbranche – befindet sich seit diesem Herbst in einer tiefen Abschwungphase. Aufgrund des extrem gestiegenen Zinsniveaus, das zeitweise auf bis zu 25 Prozent kletterte, legte einer der größten Projektentwickler des Landes, die Mirax Gruppe, bereits im Oktober mehrere Planungen auf Eis.

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