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An der Spree wohnt man günstiger als an der Ostsee

In Berlin ist das Wohnen so günstig wie in keiner anderen Metropole. Aber der Wohnungsmarkt in der Mieterstadt Berlin ist gespalten. Altbauten stehen bei den Mietern und Käufern hoch im Kurs. Neubauten sind weniger begehrt.

HB BERLIN. Der Wohnungsmarkt in der Mieterstadt Berlin ist gespalten. Während rund 150 000 Wohnungen an der Spree leer stehen und sich die meist großen Vermieter einen Marketing-Gag nach dem anderen ausdenken müssen, um Nutzer in ihre Quartiere zu locken, bilden sich bei Besichtigungsterminen vor modernisierten Altbauwohnungen in begehrten Innenstadtlagen schon fast wieder Schlangen.Neben den Gründerzeitbauten mit Parkett, Stuck und hohen Decken stehen auch sanierte Häuser aus den zwanziger und dreißiger Jahren im Nordwesten der Stadt und Villen bis zu 750 000 Euro im grünen Süden bei potenziellen Mietern und Käufern hoch im Kurs. Neubauten sind weniger begehrt. „Fürs gleiche Geld gehen die Leute lieber in die stilvoll modernisierten Altbauten“, sagt Dirk Wohltorf, Berlin-Chef des Immobilienverbandes Deutschland (IVD).

Die durchschnittliche monatliche Quadratmetermiete in der Hauptstadt liege bei 4,49 Euro, heißt es im jüngsten Berliner Mietspiegel. Damit sei das Wohnen in Berlin so günstig wie in keiner anderen Metropole, freut sich Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer. In München liege der Vergleichswert bei 8,44 Euro, in Köln bei 6,88 Euro und in Hamburg bei 6,49 Euro. Obwohl die durchschnittlichen Mietpreise in der deutschen Hauptstadt seit der letzten Erhebung im Jahr 2003 um knapp sechs Prozent gestiegen seien, könnten die Menschen in Berlin preiswerter mieten als an der Ostseeküste in Stralsund.

Das jetzt erreichte Niveau wird sich stabilisieren, vermutet der Branchenverband Haus & Grund in Berlin. Nachdem sich in beiden Teilen der Stadt die Mieten angeglichen hätten, könne man „für die nächste Zeit mit Seitwärtsbewegungen“ rechnen, heißt es im letzten Geschäftsbericht des Verbands. Steigerungen über die Inflationsrate hinaus seien nicht zu erwarten.

Bis ins Jahr 2010 wird sich das Angebot von Mietwohnungen in der deutschen Hauptstadt bei steigenden Preisen indes verknappt haben, schreiben der Berliner Senat und die Investitionsbank Berlin in ihrem Wohnungsmarktbericht. Weniger Angebot als Nachfrage werde es aber nur im unteren und mittleren Preissegment geben. Der Grund: Die Anzahl der Geringverdiener in der deutschen Hauptstadt wird nicht sinken.

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