Kapitalgeber lassen sich von der steigenden Zahl an Übernachtungen nicht beeindrucken
Investoren meiden deutsche Hotels

Die Investitionen in europäische Hotels werden in diesem Jahr voraussichtlich ein Rekordvolumen erreichen. Doch das Wachstum entsteht außerhalb Deutschlands. Hierzulande stoßen niedrige Übernachtungspreise die Investoren ab.

HB MÜNCHEN. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden nach einer Erhebung von Jones Lang Lasalle (JLL) in Europa für knapp fünf Mrd. Euro Hotels gekauft. Die Analysten des Immobilienberatungsunternehmens rechnen damit, dass im Gesamtjahr die Rekordmarke aus dem Jahr 2001 von gut neun Mrd. Euro geknackt wird. In Deutschland werde das Vorjahresvolumen von 900 Mill. Euro voraussichtlich nicht erreicht. Offenbar lassen sich die Investoren von den steigenden Übernachtungszahlen nicht beeindrucken.

Markus Keller, Vorstand der Dehag Hotel Service AG, die hinter den Best Western Hotels in Deutschland steht, nannte als Gründe für das Desinteresse vieler Investoren profillose Hotels und anhaltend niedrige Preise (s. Grafik „Was Zimmer kosten“). Weil drei Viertel des Geschäftes aus dem Inland komme, leide der deutsche Hotelmarkt unter der Konjunkturschwäche im Inland, sagte Keller auf der Immobilienmesse „Expo Real“.

Bescheidene Renditen, aber unbescheidene Kunden: „Der Kunde will ein Fünf-Sterne-Zimmer, aber nur zwei Sterne bezahlen“, sagte Bernhard Visker, Leiter Bereich Immobilienkunden bei der HSH Nordbank. Entsprechend engagiert sich die Bank im Hotelgeschäft überwiegend im Ausland.

Das Kapital macht zwar um Deutschland einen Bogen, tritt dafür aber konzentriert anderenorts auf. Etwa in Paris, wo – abgesehen von osteuropäischen Metropolen und Mailand – die Einnahmen je Zimmer am kräftigsten kletterten. Infolgedessen gehen die Preise dort nach oben: „Wenn wir in Großbritannien und Frankreich mitbieten, erleben wir, dass abenteuerliche Preise geboten werden“, sagt Ingo Hartlief, Vorstand der Difa Deutsche Immobilien Fonds AG. Die Anbieterin offener Immobilienfonds kaufte 1968 das erste Hotel und hat mittlerweile deren 24 in ihren Fonds-Portfolios.

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