Kein Preisverfall auf breiter Front zu erwarten
Spanier investieren wieder in Immobilien

Spanien im Immobilienboom - das gilt nicht nur für Ferienheime. Auch die inländische Nachfrage nach Wohnungen ist weiter stark und treibt die Preise nach oben.

sk MADRID. Ende Juni 2003 war für eine Neubauwohnung in den größeren Städten im Durchschnitt 18,8 Prozent mehr zu zahlen als im Jahr zuvor, berichtet die größte unabhängige Immobilienbewertungsgesellschaft Spaniens, die Sociedad de Tasación S. A. Allerdings fällt es der spanischen Bevölkerung immer schwerer, das nötige Geld für das eigene Heim aufzubringen, melden die Volkswirte der Großbank BBVA. Dies dürfte sich auch im Verlauf dieses Jahres nicht entscheidend verändern - trotz historisch niedriger Hypothekenzinsen. Die Folge: Immobiliengesellschaften brauchen mehr Zeit, um ihre neuen Wohnungen unter die Leute zu bringen.

Ein Preisverfall auf breiter Front ist dennoch nicht zu erwarten. Josep Faus, Immobilienexperte an der Business-Schule IESE in Barcelona, beobachtet zwar Spekulationskäufe von Wohnimmobilien, die dann wieder auf den Markt geworfen würden, wenn sich die Preise anfingen zu stabilisieren. Auch wenn dies leichte Preissenkungen nach sich ziehen werde, sieht er keine Gefahr für eine Immobilienblase mit massivem Preisverfall.

Trotz geringerer Nachfrage ist daher nicht zu erwarten, dass die Geschäfte der Immobiliengesellschaften, Baukonzerne und Banken einbrechen: zu sehr setzen Spanier - und zunehmend auch Einwanderer - auf das eigene Heim. Erst kürzlich wurde die Vergabe von Immobilienkrediten noch einmal kräftig angeheizt, Banken übertrumpften sich gegenseitig mit Kampfangeboten. Die Zahl der faulen Kredite ist auf einem historischen Tiefstand und Banker und Analysten machen sich wenig Sorgen, dass sich dies wesentlich verändern könnte. Selbst wenn die Zinsen wie erwartet nach oben tendieren: "Der Anstieg wird nur sehr langsam vor sich gehen", heißt es bei der Researchabteilung der Großbank BBVA. Außerdem legt die spanische Wirtschaft im Vergleich zu anderen EU-Ländern immer noch zu und schafft damit die wichtigste Motivation für Eigenheimkäufer: sichere Arbeitsplätze.

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